» Tage georgischer Polyphonie « in Berlin



15. DEZEMBER

10-12 Uhr 

Workshop des Ensembles Shavnabada I "Aus dem Archiv in den Konzertsaal – Rekonstruktion traditioneller georgischer Gesänge"

Vorlesungssaal des Musikwissenschaftlichen Instituts der Humboldt-Universität zu Berlin

Am Kupfergraben 5 I 10117 Berlin I in englischer Sprache

 

Die georgische Polyphonie, deren Wurzeln bis in vorchristliche Zeit reichen, faszinierte bereits Igor Strawinsky: „Was die Georgier singen, ist wichtiger als alle Neuentdeckungen der modernen Musik. Es ist unvergleichlich und einfach. Ich habe nie etwas Besseres gehört.“ 

In den letzten Jahren erlebt der traditionelle mehrstimmige Gesang eine Renaissance in seiner kaukasischen Heimat. Ensembles wie Shavnabada tragen dazu bei, indem sie ethnologische Tonaufnahmen, vor über hundert Jahren entstanden, in Archiven aufspüren und vergessen geglaubte Gesänge zu neuem Leben erwecken.

Anhand von Beispielen der zahlreichen historischen Aufnahmen georgischer Musik aus dem Lautarchiv der Humboldt-Universität zu Berlin werden Davit Tsintsadze und Sänger des Ensembles Shavnabada über ihre Praxis sprechen und diese auch demonstrieren.



Shavnabada Männerchor Tiflis

 Der Chor Shavnabada aus Tiflis hat seinen Namen vom gleichnamigen Kloster unweit von Tiflis. Die 14 ausgebildeten Sänger pflegen einerseits das georgisch-orthodoxe Erbe der liturgischen Gesänge, beherrschen andererseits aber auch die unterschiedlichen Stile der georgischen Volksmusik,  Krimanchuli, die georgische Jodelkunst, klingt bei ihnen genauso atemberaubend wie die melancholischen kachetischen Balladen. Nicht zuletzt aufgrund dieser umfassenden Expertise im Bereich der traditionellen Polyphonie ist Shavnabada einer der bekanntesten und erfolgreichsten Chöre Georgiens. Weltweit kennt wohl kaum ein anderes Vokalensemble die verschiedenen regionalen Spielorten georgischer Musik so gut wie dieser Chor.



 16. DEZEMBER

20:00 Uhr

Magnificat : Cantus Domus, Shavnabada & Tutarchela

GETHSEMANEKIRCHE I STARGARDER STR. 77 I 10437 BERLIN

J.S. BACH – MAGNIFICAT

GIYA KANCHELI – LITTLE IMBER

 SARAH FUHS – SOPRAN, SNEJINA BALIN – SOPRAN, TAMAR BUADZE – SOPRAN, VERENA USEMANN – ALT, SEBASTIAN LIPP – TENOR,

MIKHEIL JAVAKHISHVILI – TENOR, GAGA ABASHIDZE – BARITON,   PETER DASCH – BASS                    

 

Am Vorabend des dritten Advents bringt der Berliner Chor Cantus Domus zusammen mit den georgischen Chören Tutarchela und Shavnabada das Magnificat von J.S. Bach zur Aufführung – der Lobgesang Marias, ein Adventslied, das angesichts einschneidender Veränderungen ermutigt und revolutionäre Kraft entfaltet. Umbrüche sind auch ein zentrales Motiv im Stück Little Imber von Giya Kancheli. Der georgische Komponist verwebt die Geschichte seiner Heimat mit der eines englischen Dorfes, das im zweiten Weltkrieg evakuiert und als Truppenübungsplatz genutzt wurde.

 

Cantus Domus

Der Berliner Chor Cantus Domus wurde 1996 gegründet. Das Ensemble mit heute mehr  als 100 Sängerinnen und Sängern hat sich seither unter Leitung von Ralf Sochaczewsky

in der Berliner Chormusikszene etabliert und über die Stadtgrenzen hinaus auf sich  aufmerksam gemacht. Der Erfolg des Chors basiert neben einem umfangreichen  Repertoire vor allem auf dem Mut zu außergewöhnlichen Projekten.

Cantus Domus steht für die Intensität des Augenblicks im Konzert. Als klassischer  Konzertchor bringt der Chor jedes Jahr mehrere große Werke der Chorliteratur zur  Aufführung. Ein Markenzeichen von Cantus Domus sind die KonzeptKonzerte. Hier  verlässt der Chor das gewohnte Terrain chormusikalischer Aufführungspraxis und  bezieht die Zuhörer räumlich in die Konzerte ein. KonzeptKonzerte sind packend  inszeniert, aufwendig choreographiert und musikalisch anspruchsvoll. Sie finden an  Orten statt, die bisher nicht als Konzertorte genutzt wurden, um neue  Wechselwirkungen zwischen Musik und Architektur zu schaffen.

Immer öfter treten Kammerensembles des Cantus Domus in den Grenzbereichen  zwischen Klassik und Pop auf. Prominente Beispiele sind zahlreiche Auftritten beim

Haldern Pop Festival sowie Kooperationen mit Bon lver. Damien Rice und The Slow  Show. Cantus Domus ist Mitglied im Chorverband Berlin. Der Chor erhält eine  Basisförderung durch die Kulturvervvaltung des Berliner Senats.

Die drei Chöre schlagen gemeinsam einen musikalischen Bogen von der uralten georgischen Polyphonie hin zu den Feuerwerken Bachs.

Eintritt: 12€ / 18€ / 25€ I ermäßigt 6€ / 9€ I Aufpreis Abendkasse: 4€

www.cantusdomus.de


 17. DEZEMBER 

14:30 - 15:30 Uhr

das Konzert des Ensembles Shavnabada

Golgathakirche I Borsigstr. 6 I 10115 Berlin I Eintritt frei



 

 17. DEZEMBER

17.30 Uhr

KIRIALESA - ein deutsch-georgisches Winterkonzert

Tutarchela I  Die Fixen Nixen I Singfrauen Berlin

 Lindenkirche Berlin-Wilmersdorf I Homburger Straße 48 I 14197 Berlin

Eintritt. 10 €   | ermäßigt 8 €

Tutarchela, Georgien | Leitung Tamar Buadze   |  Die Fixen Nixen | Leitung Ralf Sochaczewsky 

Singfrauen Berlin | Leitung Franziska Welti 

 

Tutarchela Frauenchor Rustavi

 

Seit der Gründung des in Tiflis ansässigen Chores durch Tamar Buadze im Jahr 2004  erkunden und erweitern die dreizehn professionellen Sängerinnen der Formation Tutarchela die Ausdrucksmöglichkeiten georgischer Vokalmusik.

Einerseits führen sie die Tradition georgischer Volksmusik fort, auch und gerade dort, wo diese vom Vergessen bedroht ist, indem sie zum Beispiel die Lieder jener Regionen zu neuem Leben emiecken, die heute jenseits der Grenzen liegen. Andererseits beweisen die Sängerinnen, dass musikalische Ausdruckskraft keine Frage des Geschlechts ist, indem sie die traditionell männliche Bastian von Polyphonie und komplexer Rhythmik erobern - nicht immer frei von Konflikten in Bezug auf das Rollenverständnis der nationalen Musiktradition in Georgien.

Dass die Sprache der Musik auch Genre- und Landesgrenzen überschreitet, zeigt der Chor schon durch sein Repertoire: Dieses umfasst georgische Volkslieder und liturgische Gesänge ebenso wie Motetten und Madrigale der Renaissance. Auf Augen- oder besser gesagt auf Ohrenhöhe begegnen sich anonyme lokale Überlieferung und die europäische Tradition um Mozart, Pergolesi und Brahms.

 

Die Leiterin, Tamar Buadze, ist in der deutschen und georgischen Polyphonie geschult  wie wohl nur wenige andere, und begann schon vor langer Zeit die Verwandtschaft beider Musikstile herauszuarbeiten. Mit dem Leiter des Berliner Chores Cantus Domus;  Ralf Sochaczewsky, ist sie seit 2014 bekannt.

 

Die Fixen Nixen

 

Der Berliner Frauenchor »Die Fixen Nixen« wurde 2001 von Uschi Keil als Chor für Frauen aus Medienberufen initiiert.

Heute geben auch Frauen aus anderen Berufen dem Chor ihre Stimmen.

Im Jahr 2014 wurde der Verein »Die Fixen Nixen e. V.« gegründet, der heute 25 Mitglieder zählt. Er hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht,

das Liedgut für Frauenchöre weiter zu entwickeln.

Impulse und Vorschläge, neue Musikrichtungen auszuprobieren, werden von den Sängerinnen und von erfahrenen Chorleiter Ralf Sochaczewsky eingebracht, der seit 15 Jahren »Die Fixen Nixen« leitet. Er ist international als Chor- und Operndirigent tätig und bringt gerne neues Repertoire von seinen zahlreichen Reisen und Projekten mit. Er arbeitet regelmäßig mit renommierten Orchestern, wie dem London Philharmonic Orchestra, dem Konzerthausorchester Berlin, dem Romanian National Radio Orchestra Bucharest, zusammen. Er dirigierte unter anderem am Bolshoi-Theater Moskau, der Komischen Oper Berlin und der Opéra National du Rhin in Strasbourg. Darüber hinaus engagiert er sich ehrenamtlich als Mitglied im Musikausschusses des Berliner Chorverbandes sowie des Landesmusikrates Berlin.

www.fxnx.de

 

 Singfrauen Berlin

 

Die Singfrauen Berlin haben sich seit 2013 mit Leidenschaft dem Singen verpflichtet. Das Repertoire der dreißig Sängerinnen besteht vorwiegend aus Volksliedern aus dem osteuropäischen und mediterranen Raum, ein Schwerpunkt und gewissermaßen Markenzeichen des Chores sind jedoch die polyphonen Lieder Georgiens, die den Frauen durch die Vermittlung von Tamar Buadze und ihr Ensemble Tutarchela ans Herz gewachsen sind. Seit dem ersten Konzert mit Tamar Buadze 2013 in Berlin gibt es immer wieder intensive musikalische Begegnungen in Deutschland und Georgien. Die Chorleiterin Franziska Welti, die in der Schweiz die Singfrauen Winterthur seit nunmehr 20 Jahren führt, verbindet mit Tamar Buadze und Tutarchela bereits seit 2006 eine musikalische Zusammenarbeit, die mittlerweile zur Freundschaft geworden ist.

www.singfrauen-berlin.de

 


GEORGISCHES  KULTURZENTRUM  BERLIN    |   10623 BERLIN    |  TEL :   + 49  (0) 30  250  19 415   |  info@kulturgeorgien.com    www.kulturgeorgien.com    Eka  Sharashidze   &   Nino  Gelashvili