Länderfokus Georgien  Dok Leipzig   30.  Oktober  -  05.  November   2017


©tinatin gurchiani
©tinatin gurchiani

Der Länderfokus Georgien wurde kuratiert von Zaza Rusadze, Filmemacher, Produzent und Mitglied der Auswahlkommission von DOK Leipzig. Das Programm entstand in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung.

 

Begleitend zum Länderfokus gibt es eine Paneldiskussion, in dem das Aufeinanderprallen zweier unterschiedlicher Sichtweisen auf den georgischen Film thematisiert wird: der sehnsüchtige Blick des westlichen Publikums auf Geschichten osteuropäischer Länder und die zweifelnde Selbstreflexion georgischer Filmemacher/innen.

 

Filme aus Georgien liegen im Trend. Seit einigen Jahren bekommen sie die Aufmerksamkeit von internationalen Filmfestivals und zunehmend auch von Weltvertrieben. Im Landesinneren schwelt unterdessen noch ein Generationenkonflikt, denn aufstrebende Filmschaffende wenden sich vom kulturellen Raum der ehemaligen Sowjetunion ab und wollen sich an breiteren europäischen Diskursen beteiligen. Wie werden dieser Wandel und die Ablösung von der sowjetischen Vergangenheit im Dokumentarischen reflektiert?

Der Länderfokus Georgien bildet die rasante Entwicklung der vergangenen Jahre ab und hinterfragt kritisch, ob sich die Machart der Filme ändert, wenn die ganze Welt auf diese zu blicken scheint.

 

Mit ihrer Filmreihe „Female Gazes from Georgia – Contemporary Documentaries"  fördert die Heinrich Böll Stiftung georgische Regisseurinnen und tourt durch vier weitere Städte.


CITY OF THE SUN  | Länderfokus Georgien  | Georgien, USA, Qatar, Niederlande | 2017 | Dokumentarfilm | 100 Minuten | georgisch | englische Untertitel  | Regie: Rati Oneli  

Originaltitel: Mzis qalaqi  |  Produktion: Dea Kulumbegashvili, Rati Oneli, Jim Stark   |  Kamera: Arseni Khachaturan  |  Schnitt: Ramiro Suárez  |  Ton: Sonia Matrosova, Alexey Kobzar

Buch: Dea Kulumbegashvili, Rati Oneli   Website: www.syndicado.com

Einst gab Tschiatura der Zeit den Pulsschlag vor. Mit einem der weltweit größten Mangan-Bergwerke war die Stadt Motor der sowjetischen Schwerindustrie. Als Rati Oneli hier eintrifft, sind diese Zeiten vorbei. Wenig bewegt sich, außer seiner in die Breitbildweite fahrenden Kamera. Oder doch: die Gemüter und Körper eines Musiklehrers, eines Bergmannes und zweier junger Athletinnen, die am inzwischen geisterhaften Ort ausharren. Oneli fügt ihre Porträts zu einer fesselnden atmosphärischen Sage zusammen, die das georgische Nationalepos zitiert und mit suggestiver Musik ausgemalt ist. Damit gibt er seinem Langfilmdebüt eine narrative Form, die das Dokumentarische mindestens ins Fließen bringt.  Katalogtext | Zaza Rusadze

Foto:  Ausschnitte aus dem Film » CITY OF THE SUN  «  Regie: Rati Oneli

 



31. O K T O B E R  |  CITY OF THE SUN  |  21:30 UHR  |  PASSAGE KINOS  |  Astoria, Universum, Wintergarten  |  Große Fleischergasse 11 | 04109 Leipzig Passage 

4. N O V E M B E R   |  CITY OF THE SUN   | 10:15 UHR  |  CINESTAR LEIPZIG | CineStar 5 |  Petersstr. 44  | 04109 Leipzig 


MADONNA  | Länderfokus Georgien | Georgien | 2014 | Dokumentarfilm | 58 Minuten | georgisch | englische Untertitel | Deutsche Premiere  | Regie: Nino Gogua

Originaltitel: Madona  | Produktion: Natia Guliashvili  | Kamera: Alexander Kvatashidze  | Schnitt: Sandro Khutsishvili | Ton: Niko Tarielashvili

Nino Gogua nimmt uns mit auf eine Genderreise. Gefahren werden wir von der 57-jährigen Madona, die in Tiflis als einzige Frau einen Linienbus durch den Stadtverkehr steuert. Madona hat sich in dem „Männerjob“ durchgesetzt und lenkt ihr marodes Gefährt selbstbewusst durch die Straßen, öfter auch in die Reparaturwerkstatt. Dabei passiert sie auch die patriarchalischen Selbstverständlichkeiten der georgischen Gesellschaft. Nino Gogua begleitet die starke Frau, auch in der Auseinandersetzung mit ihrer femininen Seite. Zum internationalen Frauentag wird Madona von den Arbeitskollegen wohl wieder keine Blumen bekommen. Deshalb will sie sich selbst ein Geschenk machen, zum Beispiel eine neue Frisur. | Katalogtext  Zaza Rusadze

Nino Gogua arbeitete als Journalistin für den Georgische Sender Maestro TV und auch für das Print und Online Medium LIBERALI.

Ihr Debut MADONNA erhielt 2014 auf dem 16. Tbilisi Internationalen Film Festival in Tbilisi besondere Aufmerksamkeit. Der zweite Dokumentarfilm THE THINGS 2017 wurde auf dem Jihlava International Documentary Film Festival prämiert.  Seit September 2017 studiert Nino in Brüssel im Master Programm „Doc Nomads“.


3. N O V E M B E R  |  MADONNA  | 17 : 30 UHR  |  CINÉMATHÈQUE LEIPZIG E.V.  |  Karl-Liebknecht-Str. 46 | 04275 Leipzig 

5. N O V E M B E R  |  MADONNA  | 13 : 30  UHR CINESTAR LEIPZIG  |  CineStar 6  |  Petersstr. 44  |  04109 Leipzig 


ALTZANEY | Länderfokus Georgien  | Georgien | 2009 | Dokumentarfilm | 31 Minuten | tschetschenisch | englische Untertitel | Laufzeit: 31 min. | Regie: Nino Orjonikidze, Vano Arsenishvili  | 

Produktion: Nino Orjonikidze, Salome Jashi  | Kamera: Vano Arsenishvili  |  Schnitt: Vano Arsenishvili, Nino Orjonikidze  |  Website: www.artefact.ge

BEST DOCUMENTARY PRIZE AT LESSINIA FF  

Im Nordosten Georgiens, eingebettet in die Berge des Kaukasus, liegt das Pankissi-Tal. Seit jeher ist es die Heimat muslimischer Kisten und seit 80 Jahren auch die von Altzaney. In der eigentlich patriarchalisch geordneten Gemeinschaft hat die Greisin eine besondere Stellung inne: als Vermittlerin zwischen den Welten der Toten und denen der Lebenden, als weise Ratgeberin bei existenziellen Entscheidungen. Nino Orjonikidze und Vano Arsenishvili rücken Altzaney mit der Kamera auf den Leib – ins Gesicht und in dessen Falten, in die Hände und deren Gesten, mit Seitenblicken auf weiße Wäsche, die im Wind flattert. Aus diesen Bildern wird das intime Porträt einer besonderen Frau zusammengesetzt.  Katalogtext  Zaza Rusadze

Nino Orjonikidze gründete 2008  gemeinsam mit Nano Arsenishvili die Produktionsfirma Artefact Production, seitdem entwickelt, produziert und vermarket sie Dokumentarfilme. Nach ihrem Abschluss an der Goldsmiths, University of London 2004 arbeitete sie  als TV-Journalistin sowohl für große TV-Sender in Georgien als auch für Internationale Projekte. Sie unterrichtet Dokumentar- und experimentellen Film an der GIPA (Georgian Institute of Public Affairs) und arbeitet als Mentorin für die Medienplattform “Chai-Khana” und betreut Kurz-Dokumentarfilmproduktionen im Südkaukasus.

Foto:  Ausschnitte aus dem Film » ALTZANEY  «  Regie: Nino Orjonikidze



3.  N O V E M B E R   |   ALTZANEY    17:30 UHR   |   CINÉMATHÈQUE LEIPZIG E.V.   |   Karl-Liebknecht-Str. 46  |  04275 Leipzig 

5.  N O V E M B E R  |  ALTZANEY   |  13:30  UHR   |  CINESTAR LEIPZIG  |  CineStar 6  |  Petersstr. 44  |  04109 Leipzig 


WHEN THE EARTH SEEMS TO BE LIGHT | Länderfokus Georgien  | Georgien, Deutschland | 2015 | Dokumentarfilm | 80 Minuten | georgisch | englische Untertitel

Originaltitel: Roca dedamiwa msubuqia  | Land: Georgien, Deutschland | Regie: Salome Machaidze, Tamuna Karumidze, David Meskhi | Produktion: Jörg Langkau, Temur Ugulava, Zaza Rusadze, collective Goslab | Kamera: Levan Maisuradze, Tamuna Karumidze, David Meskhi | Schnitt: Tamuna Karumidze, Salome Machaidze  | Musik: Natalie Beridze, Nika Machaidze, Maxime Machaidze, Thomas Brinkmann, Ryuichi Sakamoto

Das Regietrio Machaidze, Karumidze und Meskhi blickt auf die georgische Jugend. Und die blickt zunächst so gar nicht georgisch zurück. Die jungen Leute in diesem poetischen Film würden ebenso gut unter die Sonne von Los Angeles passen. Erst bei näherer Betrachtung gerät die visuelle Parallele zum Paradoxon: Mit ihren Skateboards gleiten sie durch sowjetische Ruinen, auch durch die willkürlichen architektonischen Schläge, mit denen sich das neue Georgien von der alten „Schutzmacht“ freizumachen sucht. Nur für ein paar Sekunden in der Luft schweben, die Gravitation überwinden! Aber in Tiflis scheint die schwerer zu wiegen als anderswo. Im Hintergrund hört man das Geschrei der georgischen Realität …   Katalogtext  Zaza Rusadze


31. O K T O B E R  |  WHEN THE EARTH SEEMS TO BE LIGHT  |  20 : 00 UHR  |  CINÉMATHÈQUE LEIPZIG E.V.   |   Karl-Liebknecht-Str. 46  |  04275 Leipzig

4. N O V E M B E R  | WHEN THE EARTH SEEMS TO BE LIGHT  | 12:45 UHR  | CINESTAR LEIPZIG | CineStar 5 |  Petersstr. 44  |  04109 Leipzig


THE DAZZLING LIGHT OF SUNSET | Länderfokus Georgien  |  Georgien, Deutschland | 2016 | Dokumentarfilm | 74 Minuten | georgisch | englische Untertitel  | Regie: Salomé Jashi 

Originaltitel: Daisis miziduloba  | Produktion: Urte Amelie Fink, Salomé Jashi, Gregor Streiber  |  Kamera: Salomé Jashi  |  Schnitt: Derek Howard  |  Ton: David Sikharulidze, Ivane Gvaradze, Giorgi Khancheli

Salomé Jashi filmt in der Provinzstadt Zalendschicha. Sie folgt den Arbeitswegen der Reporterin Dariko, die für den örtlichen Fernsehsender von Rieseneulen, Modenschauen und Beerdigungen berichtet. Dabei sind die Menschen, die der Lokaljournalistin und vermittelt auch der Filmemacherin vor die Kamera kommen, peinlich um ihre Außenwirkung bemüht – so sehr, dass man schmunzeln wollte, wäre da nicht immer auch die Kläglichkeit der sich wandelnden Verhältnisse. So bleibt die stets präsente Komik leise, aber auch dicht am georgischen Alltag. Denn der scheint beständig „mit Hässlichkeit verbundene Fehler“ zu produzieren und könnte damit Pate für Aristoteles’ Definition der Komödie gestanden haben.  Katalogtext  Zaza Rusadze

» Main Prize in international competition for first feature films - Regard Neuf; Best Feature Film – FICValdivia, Chile, Best Central and Eastern European Film, Astra IFF, Best Central and Easter European Film and Best Debut Documentary, Jihlava IDFF

Salomé Jashi ist eine Dokumentarfilmerin aus Georgien. Nach einigen Jahren Berufserfahrung als Journalistin, studierte Salomé Jashi 2005 Dokumentarfilm an der Royal Holloway, Universität London. In Georgien gründete sie nach ihrer Rückkehr die Produktionsfirma: Sakdoc Film (www.sacdoc.ge). Neben dem Filmemachen wirkte Jashi an Caucadoc mit, ein Projekt, das die Entwicklung der Dokumentarfilmszene im Südkaukasus förderte. Sie unterrichtet in Internationalen Workshops und lebt zwischen Tbilisi und Berlin.« 

Foto:  Ausschnitte aus dem Film »  THE DAZZLING  LIGHT OF SUNSET  «  Regie: Salome Jashi 



31. O K T O B E R  | THE DAZZLING LIGHT OF SUNSET  | 17:30  UHR  |  CINÉMATHÈQUE LEIPZIG E.V.   |   Karl-Liebknecht-Str. 46  |  04275 Leipzig 

4. N O V E M B E R |  THE DAZZLING LIGHT OF SUNSET | 19 : 00  UHR  | CINESTAR LEIPZIG | CineStar 5 |  Petersstr. 44  |  04109 Leipzig

 


2+2=22 [THE ALPHABET]  |  Länderfokus Georgien  | Deutschland | 2017 | Dokumentarfilm | 82 Minuten | deutsch | englische Untertitel | Laufzeit: 82 min. | Regie: Heinz Emigholz   

Produktion: Heinz Emigholz, Andreas Reihse Kamera: Heinz Emigholz, Till Beckmann   Schnitt: Heinz Emigholz, Till Beckmann   Musik: Kreidler   Ton: Jochen Jezussek   Buch: Heinz Emigholz

Wenn Heinz Emigholz in 2+2=22 [The Alphabet] schließlich die deutsche Band Kreidler bei deren Albumaufnahmen in Tiflis begleitet und den Ort mit besonderem Blick auf die Architektur filmt, schafft er Bilder, die es so von der georgischen Hauptstadt noch nicht gegeben hat – ein wertvoller Blick von außen. 

Natürlich ist Heinz Emigholz kein georgischer Filmemacher. Aber es gibt wichtige Gründe, dieses erste „Kapitel“ seines vierteiligen Filmzyklus „Streetscapes“ hier zu zeigen. Es ist wertvoll: als Blick von außen und als Fallstudie über Richtung und Begehrlichkeiten eines solch fremden Schauens. Emigholz begleitete die Düsseldorfer Band Kreidler 2013 nach Tiflis, wo die Musiker Aufnahmen für ihr Album „ABC“ einspielten. Genutzt wurde ein altes Filmstudio, das sich als einer der letzten Räume mit „Sowjet-Charakter“ der Modernisierungswut entziehen konnte. Um das Studio herum entfaltet sich Stadtarchitektur – in schrägen Ansichten, die sich vielleicht nur dem von Westen Zugereisten aufdrängen.  Katalogtext Zaza Rusadze

 

 


1.  N O V E M B E R  |  2+2=22 [THE ALPHABET]  |  20 : 00  UHR  |  CINÉMATHÈQUE LEIPZIG E.V.   |   Karl-Liebknecht-Str. 46  |  04275 Leipzig 

 4.  N O V E M B  E  R  2+2=22 [THE ALPHABET]  |  15:30  UHR  | CINESTAR LEIPZIG | CineStar 5 |  Petersstr. 44  |  04109 Leipzig


EXODUS Länderfokus Georgien  |  Georgien | 2015 | Dokumentarfilm | 15 Minuten | ohne Dialog | ohne Dialog/Untertitel Untertitel  |  Regie: Vakhtang Jajanidze 

Produktion: Lasha Khalvashi  | Tinatin Kajrishvili   |  Kamera: Sandro Wysocki | Schnitt: Giga Japaridze  | Ton: Paata Godziashvili, Nino Tevdorashvili  | Buch: Vakhtang Jajanidze

Wo verläuft die Grenze zwischen dokumentarischer Beobachtung und inszenierter Nachempfindung? Möglicherweise mitten durch Tschiatura, der in Tristesse versinkenden ehemaligen Welthauptstadt des Manganabbaus, die vielleicht nur noch von den letzten verbliebenen Seilbahnen zusammengehalten wird. Vakhtang Jajanidze machte aus Schauplätzen Spielorte und aus Einwohnern Darsteller – angetreten, um sozusagen von sich selbst zu erzählen, und zwar auf Basis eines Drehbuchs nach der sprichwörtlichen „wahren Begebenheit“. Es begab sich also, dass das Schicksal zwei Schwestern trennen wollte. Die Seilbahnfahrerin Lily war entschlossen zu bleiben, die arbeitslose Tatiana hatte sich entschieden zu gehen …  Katalogtext  Zaza Rusadze

Foto:  Ausschnitte aus dem Film »EXODUS « Regie: Vakhtang Jajanidze


31.  O K T O B E R  | EXODUS |  17: 30 UHR   |   CINÉMATHÈQUE LEIPZIG E.V.   |   Karl-Liebknecht-Str. 46  |  04275 Leipzig 

4.  N O V E M B E R  |  EXODUS  |  19 : 30 UHR  |  CINESTAR LEIPZIG | CineStar 5 |  Petersstr. 44  | 04109 Leipzig 


SOVDAGARI | Länderfokus Georgien  | Georgien | 2016 | Dokumentarfilm | 22 Minuten | armenisch, georgisch, russisch | englische Untertitel   |  Regie: Tamta Gabrichidze 

Originaltitel: Sovdagari  | Produktion: Ilia Tavberidze  | Kamera: Vano Andiashvili  | Schnitt: Nona Gogodze  | Ton: Ilia Magradze  | Musik: Gigi Chipashvili

Website: www.facebook.com/Sovdagari-214634112400767/

Gela hat seinen Minibus in ein Geschäft verwandelt. Er fährt übers georgische Land, verkauft bunte Kleidung aus zweiter Hand sowie Haushaltsutensilien aus grellfarbigem Kunststoff, alles direkt aus dem Laderaum seines nicht mehr ganz so leuchtenden Wagens. Fragt man Gela nach dem Preis einer Ware, nennt er ihn in Kartoffeln. Denn die zählen mehr als Geld. Tamta Gabrichidzes quasi Roadmovie gewann bei Hot Docs 2017 den Best Short Documentary Award. Vielleicht auch für seine beeindruckende Kulisse, jene vorbeifliegenden georgischen Berge und die Landschaften zu ihren Füßen. Vielleicht auch wegen seiner Skurrilität, die der westlichen Sehnsucht nach exotischer Ferne ein Stück entgegenzukommen scheint. Katalogtext  Zaza Rusadze

 


2.  N O V E M B E R  |  SOVDAGARI |  14 : 00 UHR | CINÉMATHÈQUE LEIPZIG E.V.   |   Karl-Liebknecht-Str. 46  |  04275 Leipzig 

5.  N O V E M B E R  |  SOVDAGARI |  22 : 30 UHR |  CINESTAR LEIPZIG  |  CineStar 6  |  Petersstr. 44  |  04109 Leipzig 


DON’T BREATHE  |  Länderfokus Georgien   |  Frankreich | 2014 | Dokumentarfilm | 86 Minuten | georgisch | englische Untertitel  | Regie: Nino Kirtadze   

Produktion: Heidi Fleisher, Céline Nusse, Paul Rozenberg  |  Kamera: Andro Sanovich, Tornike Shengelia, Jacek Petrycki, Octavio Santo  |  Webseite: www.deckert-distribution.com

Levan, georgischer Hauptstädter Ende Vierzig, unterzieht sich einer ärztlichen Routineuntersuchung. Danach geschieht mit ihm Seltsames: Die Medikamente lassen seine Gedanken ins Ungewisse ausufern – bis hin zur grundsätzlichen Befragung der eigenen Existenz. Nino Kirtadze, eine der international anerkanntesten georgischen Filmemacherinnen, erzählt Levans „Krankengeschichte“ als Kino der großen Gefühle, als schwarze Hypochonder-Komödie von metaphorischer Kraft, nicht zuletzt auch mit Anleihen bei den inszenatorischen Strategien des Spielfilms. Damit steht „Don’t Breathe“ etwas gesondert in der Reihe ihrer zahlreichen Dokumentarfilme, vielleicht als neue Wegmarke einer künstlerischen Suche.  Katalogtext Zaza Rusadze

Foto:  Ausschnitte aus dem Film » DON’T BREATHE «  Regie: Nino Kirtadze



2.  N O V E M B E R  |  DON’T BREATHE |  14 : 00 UHR | CINÉMATHÈQUE LEIPZIG E.V.   |   Karl-Liebknecht-Str. 46  |  04275 Leipzig

 5.  N O V E M B E R  |   DON’T BREATHE  |  22 : 30 UHR |  CINESTAR LEIPZIG  |  CineStar 6  |  Petersstr. 44  |  04109 Leipzig


HORIZON  | Länderfokus Georgien  |  Georgien | 2017 | Animationsfilm | 5 Minuten | ohne Dialog | ohne Dialog/Untertitel Untertitel | Weltpremiere  | Regie: Dato Kiknavelidze  

Originaltitel: Horizon | Produktion: Dato Kiknavelidze, Lali Kiknavelidze  | Kamera: Dato Kiknavelidze  | Schnitt: Dato Kiknavelidze  | Animation: Dato Kiknavelidze

Ton: Beso Kacharava | Musik: Zviad Mgebrishvili  |  Buch: Dato Kiknavelidze  | Website: www.facebook.com/horizonanim

Alles färbt sich blutrot, die Wüste glüht, das Gesicht eines Mannes brennt vor Anstrengung. Er ist an einen Stein gekettet und zieht die schwere Last entschlossen hinter sich her – bis er in Ohnmacht fällt. Das Unterbewusstsein sendet noch rötere Bilder: von einem modernen Krieg mit Explosionen, rollenden Panzern und knatternden Maschinengewehren. Dato Kiknavelidzes animierter Kurzfilm ist wie sein Protagonist in Ketten geschlagen. Assoziative, farbsymbolische Bindungen, an deren Ende, absichtlich oder zwangsläufig, der Kaukasuskrieg 2008 hängt, beschwert mit jenem Patriotismus, der seit Jahrhunderten das nationale Narrativ ebenso wie die georgischen Trinksprüche bestimmt.  Katalogtext  Zaza Rusadze


31.  O K T O B E R  | HORIZON |  20 : 00 UHR   |   CINÉMATHÈQUE LEIPZIG E.V.   |   Karl-Liebknecht-Str. 46  |  04275 Leipzig

4.  N O V E M B E R  |  HORIZON |  12 : 45 UHR  |  CINESTAR LEIPZIG | CineStar 5 |  Petersstr. 44  | 04109 Leipzig


LI.LE | Länderfokus Georgien  |  Georgien | 2017 | Animationsfilm | 10 Minuten | ohne Dialog | ohne Dialog/Untertitel Untertitel  |   | Regie: Natia Nikolashvili 

Originaltitel: Li.Le |  Produktion: Vladimer Katcharava  | Schnitt: Nikoloz Ghoghoberidze  | Animation: Natia Nikolashvili  | Ton: Beso Kacharava  | Buch: Natia Nikolashvili  |  Website: www.20steps.ge

Ein Mädchen im orangefarbenen Gewand und ein Hirsch wandern durch den kalten Zauberwald. Die Natur ringsherum ist im Winterschlaf versunken. Die Flüsse sind gefroren, die Pflanzen verwelkt. Doch wohin soll die Wanderung in der eisigen Kälte führen? Das Mädchen Li.Le beginnt, nach Zeichen zu suchen. Sie entdeckt Hinweise, will sie deuten, ihnen vielleicht sogar folgen. Aber der Hirsch findet daran zunächst keinen Gefallen … In Natia Nikolashvilis animierter Märchenwelt ist das Wandern die eine, das Herausfinden eine andere Sache. Erlebt Li.Le einen aufkeimenden Frühling und ein Seelentreffen in Gedanken? Oder gibt es in diesen Bildern Wegweiser in die Wirklichkeit?  Katalogtext Zaza Rusadze


3.  N O V E M B E R   |  LI.LE   22:15 UHR   |   CINÉMATHÈQUE LEIPZIG E.V.   |   Karl-Liebknecht-Str. 46  |  04275 Leipzig

5.  N O V E M B E R  | LI.LE |  11 : 00  UHR   |  CINESTAR LEIPZIG  |  CineStar 6  |  Petersstr. 44  |  04109 Leipzig


THE MACHINE WHICH MAKES EVERYTHING DISAPPEAR  | Länderfokus Georgien  |  Georgien, Deutschland | 2012 | Dokumentarfilm | 101 Minuten | georgisch | englische Untertitel

Originaltitel: Manqana, romelic kvelafers gaaqrobs  | Regie: Tinatin Gurchiani  |  Produktion: Tamar Gurchiani (Alethea Ltd) | Kamera: Andreas Bergmann | Schnitt: Nari Kim  |  Musik: Mahan Mobashery, Marian Mentrup  | Ton: Michael Krajczok  |  Buch: Tinatin Gurchiani  |  Website: www.deckert-distribution.com

Alles begann mit einem Casting. 2011 suchte die Filmemacherin Tinatin Gurchiani nach jungen Leuten im Alter zwischen 15 und 25 Jahren, die ihr Leben und ihren Alltag für besonders kinotauglich hielten. Ältere kamen, Jüngere auch. Befragt wurden alle: zu Wünschen und Zielen, zu Liebe und Krieg, aufgestellt vor einer hellblauen Turnhallenwand, von der der Putz bröckelte. Der Bildausschnitt, in dem Gurchiani ihre Protagonisten präsentiert, nennt sich im Kinojargon „amerikanische Einstellung“ und gehört zur kinematografischen Folklore des Western-Genres: ein Rahmen, in dem die Waffen des Cowboys zur Geltung kommen. Oder der offenbart, dass der Revolverheld gar keinen Revolver bei sich trägt. Katalogtext Zaza Rusadze

Tinatin Gurchiani, geboren in Tiflis, Georgien, studierte Malerei, Tanz und Psychologie an der Staatlichen Iwane-Dschawachischwili-Universität Tiflis, an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sowie an der Karl-Franzens-Universität in Graz. 2010 schloss sie ihr Regiestudium an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ Potsdam-Babelsberg mit Auszeichnung ab.

Nationale Premiere: DOK Leipzig 2012   |  Internationale Premiere: IDFA 2012  |  US-Premiere: Sundance 2013, World Cinema Competition

Foto:  Ausschnitte aus dem Film »THE MACHINE WHICH MAKES EVERYTHING DISAPPEAR   «  Regie: Tinatin Gurchiani



2.  N O V E M B E R  |  THE MACHINE WHICH MAKES EVERYTHING DISAPPEAR  |  22 : 15 UHR | CINÉMATHÈQUE LEIPZIG E.V.   |   Karl-Liebknecht-Str. 46  |  04275 Leipzig 

 5.  N O V E M B E R  |  THE MACHINE WHICH MAKES EVERYTHING DISAPPEAR   |  20 : 00 UHR |  CINESTAR LEIPZIG  |  CineStar 6  |  Petersstr. 44  |  04109 Leipzig


SONNIGE NACHT  |  Länderfokus Georgien  | Georgien, Deutschland | 2017 | Dokumentarfilm | 85 Minuten | deutsch, englisch, georgisch, russisch | englische Untertitel | Weltpremiere

Originaltitel: Sonnige Nacht  |  Regie: Soso Dumbadze, Lea Hartlaub  | Produktion: Soso Dumbadze, Lea Hartlaub | Schnitt: Lea Hartlaub  |  Buch: Soso Dumbadze

Ein Film über Kirche, Nation, Republik und Volk und ihr Verhältnis in Zeiten des Wandels, vollständig aus Archivmaterial aufgebaut, das Lea Hartlaub und Soso Dumbadze im Internet fanden. Ihr Found-Footage-Essay rekonstruiert chronologisch die neueste Geschichte Georgiens – von der Unabhängigkeit bis in die Gegenwart. Ein- und Anordnung der Aufnahmen offenbaren den im vergangenen Jahrzehnt kontinuierlich gewachsenen Einfluss der christlich-orthodoxen Kirche, die sich mit zunehmender Macht auch das Recht nimmt, tatkräftig in gesellschaftliche Prozesse einzugreifen. Heute bewerfen Priester LGBT-Demonstranten mit Steinen. Heute wollen tiefgläubige Frauen die Homosexuellen mit Nesseln heilen.  Katalogtext  Zaza Rusadze


3.  N O V E M B E R   |  SONNIGE NACHT   22:15 UHR   |   CINÉMATHÈQUE LEIPZIG E.V.   |   Karl-Liebknecht-Str. 46  |  04275 Leipzig

5.  N O V E M B E R  | SONNIGE NACHT |  11 : 00  UHR   |  CINESTAR LEIPZIG  |  CineStar 6  |  Petersstr. 44  |  04109 Leipzig


 

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