BPB:METRO_საქართველო ანიდან ჰოემდე. GEORGIEN BUCHSTÄBLICH!


© Tinatin Gurchiani
© Tinatin Gurchiani

 

 Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb lädt Sie hiermit herzlich ein zur Tagung 

„bpb:METRO: Georgien, buchstäblich“, 

 

19. MAI  2018  ab 12 Uhr bis 22:30 Uhr (Einlass ab 11:30 Uhr)  in der Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin  stattfinden wird. 

 

Adresse:  Akademie der Künste am Pariser Platz, Pariser Platz 4, 10117 Berlin

Veranstalter:  Bundeszentrale für politische Bildung   |  www,bpb.de

 

Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist aufgrund begrenzter Platzkapazitäten unter www.bpb.de erforderlich.

 

An diesem Tag haben Sie die Möglichkeit , Georgien in Berlin mit allen Sinnen zu erleben! In Workshops gemeinsam traditionelle Tänze und Gesänge kennenzulernen, in Speed Datings mit Expertinnen und Experten einen persönlichen Zugang zum Land zu erhalten und von deren Fachwissen zu profitieren. Und die kulinarische Vielfalt der georgischen Küche zu entdecken. 

 

Am Abend tritt die Ethno- Jazz Band IRIAO auf, die Georgien dieses Jahr auf dem Eurovision Song Contest vertritt.


PROGRAMM

 

11.30  Einlass

 

12.00  Begrüßung Thomas Krüger Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung

 

12.15 – 13.15   „Mein Georgien“. Lesung und Gespräch mit Nino Haratischwili Die mehrfach ausgezeichnete georgische Schriftstellerin Nino Haratischwili, die heute in Hamburg lebt, erzählt in ihrem Epos „Das achte Leben (für Brilka)“ eine Familiengeschichte, die auch die Geschichte es 20. Jahrhunderts und des Untergangs eines Imperiums – der Sowjetunion – ist. In diesem Spiegel-Bestseller wird über Frauen erzählt, über ein Matriarchat und gescheiterte Männer, aber auch über Liebe und Verrat, Mord und Intrigen. Vor allem ist es aber ein Roman über ihr Heimatland Georgien. Nino Haratischwili spricht mit Wiebke Porombka über ihren Roman, über die Auswanderung aus dem Heimatland und die Einwanderung in eine andere Sprache und über ihr Verhältnis zu beiden Welten.

 

13.15 – 14.30  Podium 1 Geschichte: Figurationen zwischen historischem Erbe und Gegenwart Vor 100 Jahren, am 26. Mai 1918, wurde die Unabhängigkeit der Demokratischen Republik Georgien ausgerufen. Bereits drei Jahre später endete diese kurze Epoche unter Führung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, als sowjetische Truppen das Land besetzten. Die sowjetische Periode dauerte bis 1991, als Georgien erneut unabhängig wurde. Welche Rolle spielen historische (Um)Brüche im Land heute? Wie wird das sowjetische Erbe reflektiert? Welche Bedeutung hat einer der größten Despoten der Weltgeschichte – Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwili alias Josef Stalin, der aus dem zentralgeorgischen Städtchen Gori stammte, heute? Wie schreibt sich die Person Stalins in die georgische Geschichte ein? Wie hat das Land die Umwälzungen und Transformation der 1990er Jahre erlebt? Gespräch mit Lasha Bakradze (Literaturmuseum Tbilisi), Giorgi Maisuradze (Institut für Sozial- und Kulturforschung, Staatliche Ilia Universität) und Aka Morchiladze (Schriftsteller). Moderation: Zaal Andronikashvili (Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin).

 

14.30 – 15.00 Kaffeepause

 

15.00 – 16.30  Podium 2 Gesellschaft: zwischen Emanzipation und Tradition Was hält die Gesellschaft in Georgien zusammen? Wie ist das Verhältnis zwischen Tradition, Religion und global geprägter Gegenwart sowie das Verhältnis zwischen dem urbanen Zentrum Tbilisi und ländlich geprägten Peripherien? Welchen Stellenwert nimmt die Familie ein, die sich traditionell als Großfamilie versteht, und wie verhält sie sich zum westlichen Individualismus? Wie gestalteten sich die Wendejahre 1989/91 und der Übergang vom Kommunismus zum Kapitalismus in der georgischen Gesellschaft? Entwickeln sich soziale Ungleichheiten und neofeudalistische Wirtschafts- und Bildungseliten, wie es in vielen Ländern Europas zu beobachten ist? Und wie lässt sich die Position von Frauen, von Homound Transsexuellen in einem patriarchalisch geprägten Georgien heute beschreiben? Gespräch mit Ketevan Gurchiani (Institut für Philosophie, Staatliche Ilia Universität), Tamta Khalvashi (Anthropologin, Free University of Tbilisi) und Tamta Melashvili (Schriftstellerin). Moderation: Gesine Dornblüth.

 

16.30 – 17.00 Kaffeepause

 

17.00 – 18.30  Film und Gespräch The Machine Which Makes Everything Disappear Wie wächst man in Georgien auf? Welche Träume hat man als junger Mensch? Eine Filmemacherin macht sich auf die Suche, bereist Städte und Dörfer Georgiens und spricht mit Menschen über ihre Zukunft. Es entsteht ein Querschnitt der georgischen Gesellschaft, ein Flickenteppich aus persönlichen Geschichten über Träume und Scheitern, Armut und Reichtum, Krieg und Liebe.

 

Im Anschluss an die Vorführung spricht Thomas Franke mit der Regisseurin Tinatin Gurchiani.

 

THE MACHINE WHICH MAKES EVERYTHING DISAPPEAR   Georgien, Deutschland | 2012 | Dokumentarfilm | 101 Minuten

Originaltitel: Manqana, romelic kvelafers gaaqrobs  | Regie: Tinatin Gurchiani  |  Produktion: Tamar Gurchiani (Alethea Ltd) | Kamera: Andreas Bergmann | Schnitt: Nari Kim Musik: Mahan Mobashery, Marian Mentrup  | Ton: Michael Krajczok  |  Buch: Tinatin Gurchiani  |  Website: www.deckert-distribution.com

Alles begann mit einem Casting. 2011 suchte die Filmemacherin Tinatin Gurchiani nach jungen Leuten im Alter zwischen 15 und 25 Jahren, die ihr Leben und ihren Alltag für besonders kinotauglich hielten. Ältere kamen, Jüngere auch. Befragt wurden alle: zu Wünschen und Zielen, zu Liebe und Krieg, aufgestellt vor einer hellblauen Turnhallenwand, von der der Putz bröckelte. Der Bildausschnitt, in dem Gurchiani ihre Protagonisten präsentiert, nennt sich im Kinojargon „amerikanische Einstellung“ und gehört zur kinematografischen Folklore des Western-Genres: ein Rahmen, in dem die Waffen des Cowboys zur Geltung kommen. Oder der offenbart, dass der Revolverheld gar keinen Revolver bei sich trägt.

 

Tinatin Gurchiani, geboren in Tiflis, Georgien, studierte Malerei, Tanz und Psychologie an der Staatlichen Iwane-Dschawachischwili-Universität Tiflis, an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sowie an der Karl-Franzens-Universität in Graz. 2010 schloss sie ihr Regiestudium an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ Potsdam-Babelsberg mit Auszeichnung ab.

Nationale Premiere: DOK Leipzig 2012   |  Internationale Premiere: IDFA 2012  |  US-Premiere: Sundance 2013, World Cinema Competition

Text: Zaza Rusadze  Foto:  Ausschnitte aus dem Film »THE MACHINE WHICH MAKES EVERYTHING DISAPPEAR   «  Regie: Tinatin Gurchiani

 


18.30 – 19.15 Workshops und Speed-Dating 

 

Georgischer Tanz mit Tamta Goschadze (Tänzerin, Stuttgart) Georgische Traditionstänze sind ein fester Bestandteil der georgischen Kulturgeschichte. Sie setzen sich aus unterschiedlichen Elementen zusammen: klassisches Ballett, Folklore und Stepptanz. Tänze Georgiens sind so vielfältig wie das kleine Land selbst und handeln von der Hauptstadt Tbilisi (Kintouri oder Dawluri), vom Leben in den Bergregionen wie Chewsureti (Parikaoba) oder dem höchsten Berg Kazbegi (Kazbeguri). Sie thematisieren Beziehungen zwischen Mann und Frau – wie der Hochzeitstanz Kartuli und der Tanz Adscharuli aus der Region vom Schwarzen Meer – oder erzählen von der ruhmreichen georgischen Königin Tamar (Samaia). Sie sind eingeladen, Geschichte und Tanz in einem Workshop kennenzulernen.

 

Georgischer polyphoner Gesang mit der Band IRIAO Als „Meisterstück des kulturellen Erbes der Menschheit“ preist die UNESCO den mündlich überlieferten polyphonen Gesang aus Georgien. Traditionelle georgische Musik wird immer polyphon gesungen. Wir laden unsere Gäste ein, zusammen mit den Musikern der EthnojazzBand IRIAO in die kollektive Harmonie des polyphonen Gesangs einzutauchen.

 

Speed-Dating mit Expert*innen zu Georgien Das Format eines Speed Datings soll Ihnen im Laufe der Tagung ermöglichen, unmittelbare und persönliche

Gespräche mit Expertinnen und Experten zum Thema deutsch-georgische Beziehungen zu führen.

Zaal Andronikashvili (Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin)

Irine Beridze  (Kulturwissenschaftlerin, Bloggerin www.read-ost.com, Berlin) Tamuna Gurchiani  (Europe House Georgia, Tbilisi)  Ralph Hälbig (Journalist, MDR, Blogger www.georgien.blogspot.de) Ekkehard Maaß (Deutsch-Kaukasische Gesellschaft e.V. www.d-k-g.de)

 

19.30 – 20.30 Supra: georgisch essen


20.30 – 21.30 Konzert IRIAO IRIAO ist eine Ethnojazz-Band, die 2013 vom Komponisten David Malazonia gegründet wurde. Der Name IRIAO stammt aus einem Wortteil des berühmten georgischen Jodelstils „Krimanchuli“. Der Bandmanager Malazonia gilt als einer der ersten georgischen Komponisten, die traditionelle polyphone Musik mit Jazz verbinden und neu interpretieren.



David Malazonia - Composer, Keys, Arranger and Leader   Nugzar Kavtaradze - Georgian Folk Instruments   Levan Abshilava - Drums, Percussion   Shalva Gelekva - Bass

George Abashidze - Vocal & Misc.   Mikheil Javakhishvili - Vocal & Misc.    Bidzina Murgulia - Vocal & Misc.

 

21.30 – 22.30 get together Eine Veranstaltung der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit der Akademie der Künste.


Weitere Informationen und den Link zur Anmeldung finden Sie unter: www.bpb.de

 Eine Anmeldung ist aufgrund begrenzter Platzkapazitäten erforderlich. 

 

Kontakt für inhaltliche Rückfragen:  Kateryna Stetsevych   Fachbereich Veranstaltungen   Friedrichstr. 50 / Checkpoint Charlie   10117 Berlin

Tel.:   +49 (0)228 99515-0  E-Mail: kateryna.stetsevych@bpb.de