Georgisches National-Ballett „Sukhishvili” in Berlin


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Das georgische Nationalballett ist ein einzigartiges Phänomen, das man zumindest einmal im Leben gesehen haben sollte ''  Le Figaro. Frankreich 


TERMINE

28 . JANUAR  | 19:00 Uhr

Einzigartige Tanzshow – 100 Tänzer und Orchester auf der Bühne.

Wo: Estrel Congress Center

Adresse: Sonnenallee 225, 12057 Berlin (Neukölln)

Tickets: bestellen unter EVENTIM  oder per Telefon  +49 (0) 1806 – 44 70 000

Preise: ab 49 €

www.sukhishvili.com


Am Ufer des Schwarzen Meeres, zwischen der Gebirgskette des Großen Kaukasus im Norden und der Hochebene des Kleinen Kaukasus im Süden, liegt ein Land: Georgien. Bereits in der Antike bildeten sich unter den georgischen Stämmen die ersten Staaten aus. Einer davon, Kolchis, die Heimat der legendären Medea und Goldenes Vliese, ist aus Mythologie und klassischer Literatur gut bekannt. 

In dieser Zeit gestalteten sich die Beziehungen zwischen der hellenischen und der kolchidischen Kultur überaus schwierig, was dazu führte, dass dieses Thema sich über die Grenzen eines Heldenepos hinaus völlig unerwartet und auf ungewöhnliche Weise in dem ältesten georgischen Tanz „Chorumi" niederschlug. Die Annahme des Christentums (im 4. Jahrhundert n. Chr.) bildete die Grundlage für die historische Widerstandskraft des georgischen Volkes, und in diesen Schmelztiegel brachten alle Stämme und ethnischen Gruppen ihre Sitten und Gebräuche, ihr Temperament und ihre Lebensart ein. Die für die georgische Kultur typische Polyphonie entspricht voll und ganz der Vielfältigkeit des Umfelds, in der die Georgier leben, dem Abwechslungsreichtum der Natur und der Eigenart der historischen Provinzen. 

Die Buntheit der georgischen Tanzwelt, ihr Kontrastreichtum und ihre Vieldeutigkeit sind der sichtbare Ausdruck dieser Polyphonie. In diesem Sinn ist der Tanz „Chewsuruli" geradezu eine Manifestation dieser Synthese, umso mehr, als seine Eigenart exakt die Polyphonie der georgischen Seele ausdrückt. Es ist heute kein Geheimnis, dass die Hauptursache für die tragische Geschichte Georgiens in der spezifischen geopolitischen Lage des Landes begründet ist. Hier verliefen die Große Seidenstraße, die Karawanenrouten zwischen Orient und Okzident sowie die kürzeste Verbindung zwischen Russland und dem Nahen Osten auf dem Landweg. Es war ganz natürlich, dass viele Mächte über die Jahrhunderte hinweg den Anspruch erhoben, diese bedeutsame Wegekreuzung zu beherrschen. Man kommt schon ins Staunen, wenn man nur die Namen all der Staaten aufzählt, gegen die das kleine Georgien im Lauf seiner Geschichte kämpfen musste. Nur dank seiner hohen Kriegskunst und seiner besonderen Psyche gelang es diesem nicht eben zahlreichen Volk, den bedrohlichen Feinden die Stirn zu bieten und zu überleben. Die erste dieser beiden Eigenschaften wird in den vielen militärischen Schachzügen augenfällig, die sich in stilisierter Form in Tänzen wie „Mtiuluri" (Bergtanz), "Chandschluri" (Tanz mit Dolchen), „Mchedruli" (Reitertanz) und den schon erwähnten „Chorumi" und "Chevsuruli" wiederfindet. 



Der georgische Tanz: Vom Naturdiamant zum Brillant 

Die Geschichte der georgischen Folklore ist vor allem die Geschichte des Tanzes. 

Im Tanz findet die multiethnische Prägung der Umgebung und die in der georgischen Kultur verankerte tiefe Verehrung der Frau ihren bildhaften Ausdruck. Aber auch die vom erbitterten Widerstand gegen die Eroberer geprägte Volksseele der Georgier und ihre leidenschaftliche Liebe zur Freiheit entfalten sich in den uralten über Generationen überlieferten Choreographien. 

Vielleicht gerade deshalb, erlebte der georgische Tanz ausgerechnet unter einer Fremdherrschaft, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts seine neue Blütezeit. Ausgerechnet in der totalitären Sowjetunion haben begnadete Tänzer und Choreographen Iliko Sukhishvili und Nino Ramishvili zusammen mit dem großartigen Kostümdesigner Soliko Virsaladze den georgischen Tanz für die Welt neu entdeckt.  1945 gründen sie das „Staatliche Akademische Ensemble für Nationalen Tanz Georgiens". Sie bildeten eine neue Generation von Tänzern aus und hauchten somit der beinahe in Vergessenheit geratenen georgischen Tanzkultur neues Leben ein. Sie behandelten die kostbare jahrhundertealte Tradition als einen Naturdiamanten, dem sie einen perfekten Schliff verpassten und ihm zum atemberaubenden Ganz verhalfen. 


Zu Beginn des Jahrhunderts kam die italienische Ballerina Maria Perini ins alte Tiflis. Diese versammelte im Jahr 1916 einige Jungen und Mädchen um sich und begann, ihnen die Grundlagen des klassischen Tanzes zu vermitteln. 1920 wurde ihr Studio verstaatlicht, doch im Gedächtnis der Alteingesessenen von Tbilissi, die dem Ballett zugetan waren, blieb es weiterhin das „Perini-Studio". Hier wuchsen viele bekannte Tänzer heran: Wachtang Tschabukiani, Wachtang Wronski, Jelena Tschikwaidse und Marina Bauer. Auch Nino Ramishvili machte in dieser Ausbildungsstätte ihre ersten Schritte. Sehr-schlank, biegsam und schwerelos im Flug, tauschte sie mitunter das Frauenkostüm gegen eine Männertracht. Sie zog ein Beschmet (weißes kaukasisches Hemd) oder eine Tscherkesska (kragenloser Kaftan) an, stieg in weiche Stiefel, stülpte sich eine gekräuselte Papacha (Pelzmütze) auf den Kopf und reihte sich unter die männlichen Tänzer ein...

Nino und Iliko lernten sich 1927 kennen, tanzten zusammen in Divertissements, Opernaufführungen und auf Kleinkunstbühnen. Doch sie fanden sich nicht nur auf der Bühne zusammen. Auch hinter den Kulissen waren sie ein Paar. Das Duo Sukhishvili-Ramishvili trat in vielen Städten der ehemaligen Sowjetunion auf. Sie arbeiteten mit dem legendären Jazz-Orchester von Leonid Utjossow und im Eremitagetheater. 1932 begann Iliko sein Studium an der  Fakultät fürs Theatermanagement am Staatlichen Institut für Theaterkunst (GITIS). Gleichzeitig arbeitete er mit dem herausragenden Ballettmeister Kassian Galeisowski zusammen. 1935 reiste Sukhishvili zum Festival für internationale Volkstänze nach London. Er kehrte mit einer Goldmedaille zurück, die ihm die Königinmutter beim Empfang auf Schloss Windsor anlässlich der Preisverleihung eigenhändig überreicht hatte. 

Die Idee von Iliko Sukhishvili, das erste professionelle Ensemble für den georgischen Tanz zu gründen, konnte erst 1945 verwirklicht werden. Diese Aufgabe wurde zum Lebenswerk von Iliko Sukhishvili und seiner Ehefrau Nino. Sie waren überzeugt, dass die Kraft der Kunst vom Volk ausgeht und behandelten die georgische Folklore als ein kostbares Gut. Sie schafften es in ihren Choreographien das formbare Erbe der Vergangenheit mit der Gegenwart zu verbinden. Sie erschufen eine opulente Show, die die Welt begeisterte. 

Bereits 1948 tourte das Ensemble durch Finnland und Rumänien. 1967 sorgte die Truppe für Furore: Noch nie durfte in der Mailänder Scala eine Folklore-Gruppe auftreten. Doch damit nicht genug! Nach dem Abschlusstanz wurde dreimal eine Zugabe verlangt, doch der Applaus des begeisterten Publikums wollte nicht enden: 14 mal ging der Vorhang hoch. Ein Weltrekord! 

Seitdem gab es kaum ein Land, in dem das georgische Nationalballett nicht aufgetreten wäre, kaum eine bedeutende Bühne auf dieser Welt, die auf der sie nicht einen grandiosen Erfolg gehabt hätten: Auf mehr als 200 Tourneen hat die „The Georgian State Dance Company - Sukhishvili" in über 1.700 Städten in 88 verschiedenen Ländern gastiert. Mehr als 50 Millionen Menschen haben die Aufführungen gesehen.  Heute wird die Arbeit der Gründer von der nächsten Generation Sukhishvili weitergeführt. Die künstlerische Leitung übernahmen Tengis Sukhishvili, der Sohn von Nino und Iliko und seine Gattin Inga. Auf der Bühne sind heute Enkelkinder von Nino und Iliko zu sehen, die ebenfalls Nino und Iliko heißen…


» Atemberaubende Rhythmus der das Publikum in Erstaunen versetzt, und ungezügelt Begeisterung hervorruft (...) was Sie erleben werden sind majestätische Rhythmen das Rascheln 300 Prächtige Kostümen eine echte Reise nach Kolchis «

Le Point, Frankreich


© sukhishvili
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Nino Ramishvili   1910 – 2000

Ausgezeichnet mit dem Titel "Volkskünstlerin" Georgiens und der früheren UdSSR, Trägerin des Staatspreises und des Schota-Rustaweli-Preises, Heldin der Sozialistischen Arbeit. Gehört zu den bekanntesten Frauen Georgiens. Bildete gemeinsam mit 'Ilka Sukhishvili viele Generationen von Tänzern aus und verbreitete die Tanztraditionen im ganzen Land. Die georgischen Tänze und das Ensemble errangen weltweite Popularität. 

lliko Sukhishvili und Nino Ramishvili fanden nicht nur auf der Bühne zusammen, sondern auch im Leben. das von ihnen gegründete Ensemble lebt heute in einer neuen Generation der Familie Sukhishvili und in einer jungen Tänzergeneration weiter.


©sukhishvili
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Iliko Sukhishvili  1907- 1985

Bekannter Tänzer und Choreograf, ausgezeichnet mit dem Titel "Volkskünstler" Georgiens und der früheren UdSSR, Träger des Staatspreies und der Schota-Rustaweli-Preises. Sein Lebensziel war die Gründung eines georgi-schen Tanzensembles, um das georgische Ballett, eine Verbindung aus Volktraditionen und modernen Strömungen, in der ganzen Welt bekannt zu machen.


Soliko Virsaladze  1908- 1989  |  Ausgezeichnet mit dem Titel "Volkskünstler" Georgiens und Russlands, ordentliches Mitglied der Akademie der Künste Russlands. Entwarf Tanzkostüme für das georgi-sche Nationalballett und das Bolschoj-Theater in Moskau.  Inga Tevzadze   Choreografin, "Volkskünstlerin" Georgiens, Frau von Tengis Sukhishvili   Tengis Sukhishvili   

Ausgezeichnet als "Volkskünstler" Georgiens, Träger des Staatspreises und des Schota-Rustaweli-Preises. Heutiger Direktor und künstlerischer Leiter des Georgischen Nationalballetts. Seine Frau Inga Tewsadse ("Volkskünstlerin" Georgiens) sowie ihre Kinder Nino und lliko arbeiten ebenfalls in dem Ensemble.   Iliko Sukhishvili Junior   Dritte Generation von Sukhishvili. Jetziger Chef-choreograph und Tänzer von "Georgian State Dance Company - Sukhishvili". Bildung - "Russische Akademie Theatralische Künste". Nino Sukhishvili  Dritte Generation von Sukhishvili. Solistin von "Georgian State Dance Company - Sukhishvili". Künstlerische Leitung und Kostümdesignerin. 


Presse

euronews.de Vom Familienunternehmen zur international erfolgreichen Balletkompanie: Sukhisvili, das georgische Nationalballet begeistert seit mehr als 70 Jahren Publikum in aller Welt mit seinen kraftvollen Choreographien. Gegründet wurde das Ensemble nach dem Zweiten Weltkrieg von dem Tänzerpaar Iliko Sukhishvili und Nino Ramishvili. 

Reportage www.euronews.de 

Republique, Frankreich „Eine triumphale Vorstellung des Georgischen Balletts. Verblüffende Technik, Eleganz, Geschmack, einfallsreiche Regie." 

Espoir de Nice, Frankreich Dies ist eine weltberühmte Truppe - das großartige Georgische Ballett." 

The New York Times, USA „Ein folkloristisches Juwel mit klassischen Facetten" 

The New York Times, USA „Einfach sagenhaft! The Georgian State Dance Company ist eine Erinnerung daran, dass es Raum gibt für hohe Kunst in Verbindung mit Volkstraditionen. Die Truppe hat eine klassische Sensibilität, einen Sinn für Ordnung und Harmonie. Sogar ihre bravourösen Kriegstänze vermitteln den Verhaltenskodex, von dem sie sich in diesem Bereich leiten ließen... Authentizität ist weniger ein Thema als Reaktionsvermögen... Das Geheimnis dieser Georgier ist ihre Gabe das Spezifische innerhalb des Universellen zu vermitteln." 

Daily Mirror, Australien  „Die großartigsten Tänzer der Welt. Die georgischen Tänzer fliegen. Da ist ein  Sturm auf der Bühne!" 

The Washington Post, USA   „Die Schritte, der Rhythmus, die Musik und die akrobatischen Kunststücke stammen  aus der georgischen Folklore, aber alles ist weiter ausgefeilt und schauspielerisch  aufbereitet worden, so dass großartige miteinander verbundene künstlerische Einheiten entstanden." 

The New York Times, USA   "Ein folkloristisches Juwel mit klassischen Facetten" 

L.A. Herald Examiner, USA   "Diese Kultur hat etwas Mittelalterliches...die Arbeit der Gruppe ist brillant; die Tänzer sind ein Atem, ein Herzschlag." 

Le Figaro, Frankreich    „Ein einzigartiges Phanomen, dass man zumindest einmal im Leben gesehen   haben sollte." 

Corriere de la Sera, ltalien  „Noch nie hat jemand an der Scala einen solchen Triumph erlebt." 

Corriere de la Sera, ltalien  "...Das erste mal in der Geschichte der Mailander Scala war eine Folkloregruppe  zu sehen...  Noch nie hat jemand in der Scala einen solchen Triumph erlebt. Die Ovationen  wollten nicht abreiBen. Der Vorhang ging 14-mal hoch and runter - ein Rekord." 

Le Point, Frankreich  „Was Sie in Paris erleben werden, sind zwei Stunden majestatischer Rhythmen, des Raschelns von 300 prachtigen Kostumen, kreiert von Suliko Versaladse. Eine echte  Reise nach Kolkhis - dem mythischen Land der Argonauten und des Goldenen Vlieses."  The Washington Post, USA 

„...unbestritten...es gibt auf der Welt keine bessere professionelle Volkstanztruppe." 

New York Post, USA   „Diese wilden Kampfer der Choreographie, bei denen die Funken buchstablich von  den klirrenden Schwerten fliegen sind einfach grandios." 



Die vom Georgischen Nationalballett Sukhishvili aufgeführten Tänze sind im Verlauf der Jahre zu einer Tradition geworden. Die sprunghafte Erhöhung der Anzahl der Ausführenden, das gesteigerte Tempo, der ständige Rhythmuswechsel, die Perfektionierung der georgischen Elemente mit einer Betonung der klassischen Tanztechnik und deren freizügige Verknüpfung, die lineare Anordnung des Ballettkorps auf der Bühne sowie das sorgfältig geplante, exzellent ausgewogene Gesamtbild des Tanzes mit einer klaren Trennung zwischen Solisten und Korps nach den Regeln des Balletts - dies ist eine bei Weitem unvollständige Aufzählung der von Sukhishvili und Ramishvili erdachten Neuerungen, durch die ihr Ensemble Weltruhm erlangen sollte.

Das von Sukhishvili und Ramishvili konzipierte Programm hat wesentliche Änderungen erfahren. Dessen ungeachtet zielten diese Veränderungen zu allen Zeiten stets auf die Bewahrung einer inneren Ganzheitlichkeit ab. Bis auf den heutigen Tag setzt sich die tägliche schöpferische Suche fort, und vor unseren Augen vollzieht sich die Evolution des Tanzes vom Illustrativen zum Universellen, vom Konkreten zum Allgemeinen. Dies ist die Geschichte des Ensembles, eine Geschichte der ständigen Erneuerung und schöpferischen Suche.

Die Geschichte wiederholt sich: Innovation und neue Ideen spielen auch heute die zentrale Rolle in der Philosophie des ruhmreichen Ensembles. „Der Volks-tanz ist kein Museumsstück und kein Artefakt. Er ist eine lebendige, stets in Erneuerung begriffene Struktur, der Lebenssaft, das Leben selbst" - so die Überzeugung der Gründer des Ensembles, der legendären Iliko Sukhishvili und Nino Ramishvili. In diesem Geist wirken ihre Nachkommen weiter: Bereits die dritte Generation der Sukhishvilis hat ihr Leben dem Tanz verschrieben. 



GEORGISCHES  KULTURZENTRUM  BERLIN       |       10623   BERLIN        |        TEL :   + 49  (0) 30  250  19 415        |         info@kulturgeorgien.com        |       www.kulturgeorgien.com     |       Eka  Sharashidze       |      Nino  Gelashvili