Georgische Filme in der Geschichte der Berlinale


Foto: » Blind Dates «
Foto: » Blind Dates «

 „Der georgische Film ist ein einzigartiges Phänomen - lebendig, philosophisch inspirierend, sehr weise, kindlich. Es ist alles drin, was mich zum Weinen bringt, und das ist nicht leicht.“

Federico Fellini


36. INTERNATIONALE FILMFESTSPIELE BERLIN 14. - 25. FEBRUAR 1986


PANORAMA  | BLAUE BERGE ODER EINE UNWAHRSCHEINLICHE GESCHICHTE  |  REGIE: ELDAR SCHENGELAJA   | UdSSR  | Georgien 1984

 www,berlinale.de  | ცისფერი მთები ანუ დაუჯერებელი ამბავი |  TSISPERI MTEBI ANU DAUDJEREBELI AMBAWI 

Ein baufälliges Verlagsgebäude in Tiflis. Die Lektoren spielen Schach oder spinnen Intrigen, nur Manuskripte lesen sie nicht. In dieses Szenario platzt ein junger Angestellter mit seinem ersten Manuskript. Nach langer Zeit tritt der Lektoratsrat zusammen, um über das Manuskript zu beraten. Niemand hat es gelesen, jeder schließt sich der Meinung des Vorredners an: Über das Manuskript müsse beraten werden. Die Satire über Bürokratie, Spießertum, Faulheit und Schlendrian im real existierenden Sozialismus steigert sich in immer ritualisierter erscheinenden Wiederholungen zur absurd-surrealen Parabel.  

Foto:  Ausschnitte aus dem Film » Blaue Berge oder eine Unwahrscheinliche Geschichte«  Regie: E. Schengelaja | Text: Kino Arsenal Berlin


WETTBEWERB | DIE REISE EINES JUNGEN KOMPONISTEN | REGIE: GIORGI SHENGELAYA  |  Drama, Komödie  | Georgien 1984 / 1985 Länge 105 min.

ახალგაზრდა კომპოზიტორის მოგზაურობა  |  MitGia Peradze, Levan Abashidze, Zura Kipshidze, Rusudan Kvlividze, Ruslan Miqaberidze, Lili Ioseliani  | Drehbuch Erlom Akhvlediani   Otar Chkeidze   Giorgi Shengelaya  | Darsteller:  Gia Peradze | Leko Tatasheli | Levan Abashidze | Nikusha Chachanidze  | Zura Kipshidze Elisbar Chereteli | Rusudan Kvlividze Thekla Chereteli | Ruslan Miqaberidze Shalva Chereteli  | Lili Ioseliani Elfimiya Chereteli  | Teimuraz Dzhaparidze Georgi Ozcheli  | Ketevan Orakhelashvili Guranducht  | Zinaida Kverenchkhiladze Gulkan  | Chabua Amiredjibi David Itrieli  | Teimuraz Bichiashvili Rostom  | Levan Turmanidze | Musik:  Gustav Mahler | Kamera:  Levan Paatashvili

 im Hauptwettbewerb - wurde mit silbernem Berliner Bären für die beste Regie ausgezeichnet. 


 40. INTERNATIONALE FILMFESTSPIELE BERLIN  09. - 20. FEBRUAR 1990

FORUM | CHRONIK DER EREIGNISSE AM 9. APRIL 1989 IN TBILISSI  | REGIE: ELDAR SHENGELAIA | UdSSR  | Georgien 1989  | 80 Min

 

41. INTERNATIONALE FILMFESTSPIELE BERLIN   15. - 26. FEBRUAR 1991

FORUM |  DER TAG  |  REGIE: LEWAN GLONTI | დღე | THE DAY | UdSSR 1989 | 70 Min | MIT: Ilo Glonti  Gia Kankawa  Giorgi Kwawilaschwil  www.berlinale.de


42. INTERNATIONALE FILMFESTSPIELE BERLIN  13. - 24. FEBRUAR 1992

FORUM | NÄCHTLICHE TANZ | ღამის ცეკვა |  REGIE: ALEKO ZABADSE | Georgien 1991 | 128 Min  von  Aleko Zabadse

BUCH Aleko Zabadse  | Kamera: Leri Matschaidse | Schnitt: Lali Kolchidaschwili  | Musika:  Awto Nazaraschwili  Mit:   Surab Begalischwili  | · Amiran Amiranaschwili | ·B. Intskirwali

 

 FORUM  | DORT BEI UNS |  იქ ჩემთან  | REGIE:  ZAZA KHALVASHI |  Georgien 1990, 75 Min |  MIT:  Nino Koberidze, Natasha Shengelaya, Lali Meskhi, Giorgi Akhvlediani,  Berdia Intskirveli, Givi Chuguashvili, Zurab Tsintsqiladze, Zurab Sturua, Giorgi  Bartaia, Roland Kakauridze, Sulkhan Turmanidze, Tamta Khalvashi, Gvantsa  Turmanidze, Irakli Palavandishvili, Konstantine Pataraia, Nana Kikvadze, Tsira   Abzianidze, Nunu Khinikadze, Ezuli Diasamidze, Merab Chiqovani, R. Berala 

 

 WETTBEWERB  | DER ERWÄHNTE | რჩეული | REGIE:  MICHAIL KALATOSISHVILI  |  Georgien 1991, 103 Min |  MIT:  Avtandil Macharadse  Nineli Tschankwetadse


43. INTERNATIONALE FILMFESTSPIELE BERLIN  11. - 22. FEBRUAR 1993 


WETTBEWERB  | DIE SONNE DER WACHENDEN | უძინართა მზე | REGIE: TEMUR BABLUANIGeorgien 1992, 123 Min | MIT: David Kasischwili  | Elgudsha Burduli | Eka Saataschwili

Für besondere künstlerische Leistung – für humanistische und hoffnungsvolle Interpretation gesellschaftlicher und persönlicher Krisen mir silbernem Berliner Bären ausgezeichnet.

 

FORUM  |  DER WALZER AUF PETSCHORA I ვალსი პეჩორაზე | REGIE: LANA GOGOBERIDZE I  Georgien 1992 | 108 Min |  MIT:  Guram Pirtskhalava | Nino Surguladze | Marika Chichinadze 

Sowjetunion 1937, zur Zeit des stalinistischen Staatsterrors. In diesem Kontext erzählt der Film in zwei parallelen Handlungssträngen von einer sogenannten ›Ehefrau eines Volksfeindes‹, die verbannt im Norden Russlands leben muss und von einem 13-jährigen Mädchen, das aus dem Waisenhaus flieht und in die elterliche Wohnung zurückkehrt, in der sich ein KGB-Offizier niedergelassen hat. Er bietet ihr Zuflucht und unterschreibt damit sein eigenes Todesurteil. Einfühlsam und engagiert gelingt es der Regisseurin, dem Schrecken des Gulags eine kraftvolle poetische Darstellung des Widerstands gegen den Totalitarismus als Hoffnungsträger gegenüberzustellen.

Foto:  Ausschnitte aus dem Film » Der Walzer auf Petchora Text: kinemathek-karlsruhe.de 


44. INTERNATIONALE FILMFESTSPIELE BERLIN  10. - 21. FEBRUAR 1994 

PANORAMA |  EXPREß-INFORMATION ექსპრეს ინფორმაცია | REGIE: ELDAR SHENGELAIA | Georgien / Deutschland 1993, 100 Min |  MIT:  Zurab Kipshidze Tamaz Khutsishvili Nana Shonia

 

45. INTERNATIONALE FILMFESTSPIELE BERLIN  09. - 20. FEBRUAR 1995 

 FORUM  | SEULE, GEORGIE  | REGIE: OTAR IOSELIANI | Frankreich / Deutschland 1994, 240 Min 

 

47. INTERNATIONALE FILMFESTSPIELE BERLIN  13. - 24. FEBRUAR 1997

PANORAMA | FRIEDHOF DER TRÄUME | REGIE: GIORGI CHAINDRAVA | ოცნებების სასაფლაო | Georgien 1996, 90 Min | MIT: Giorgi Nakaschidse  Batscho Batschukaschwilin Tamas Berejiani 


51. INTERNATIONALE FILMFESTSPIELE BERLIN  07. - 18. FEBRUAR 2001

FORUM  | LOST KILLERS | Deutschland 2000, 100 Min  | REGIE:  DITO TSINTSADZE  |  MIT: Misel Maticevic  Franca Kastein  Lasha Bakradze  N. Seelig

www.berlinale.de


55. INTERNATIONALE FILMFESTSPIELE BERLIN  10. - 20. FEBRUAR 2005

PANORAMA | AUF AUGENHÖHE | ზღვის დონიდან | REGIE: GEORGE OVASHVILI | Georgien 2003 Länge 13 Min

Ein Mädchen, ein Junge, die erste große Liebe, die ersten richtig großen Gefühle, der erste gemeinsame Ausflug in die Berge.

BUCH:  Georgy Ovashvili | KAMERA:  Giorgi Gersamia | KAMERAFÜHRUNG:  Varlam Karchxadze  | TON:  Madona Tevzadze Tonassistenz Mamuka Enukidze | MUSIK: Gio Tsintsadze 

 

Georgy Ovashvili | Geboren am 14.11.1963 in Tiflis, Georgien. Studium an der Polytechnischen Akademie, Staatliches Georgisches Institut für Theater und Film. Spielte am Staatlichen

Schauspielhaus, war Regisseur am Kindertheater, leitete eine Werbeagentur und unterrichtete an der Akademie für Film und Theater. Autor des TV-Programms „Georgian Bulletin“ für einen öffentlichen TV-Sender in New York. www.berlinale.de


58. INTERNATIONALE FILMFESTSPIELE BERLIN 07. - 17. FEBRUAR 2008

BERLINALE SHORTS |  SECOND HAND SALE |  REGIE: TEMUR BUTIKASHVILI Georgien 2007, 25 Min  | MIT: Mikheil Djodjua  Nato Giorgadze  

Eine absurde Komödie über einen Trinker in Georgien, der nach und nach seine ganze Habe verkaufen muss, um seine Miete bezahlen zu können. Eines Nachmittags muss er auch seinen geliebten Kühlschrank hergeben. Der Nachmittag endet in einer Orgie und mit Blick auf „Evas Vagina“. – Eine Annäherung an harte Zustände in einem real existierenden postsowjetischen Land.

Temur Butikashvili Biografie Geboren 1961 in Tiflis, Georgien. Arbeitete 1978-82 als Regieassistent bei der Grusia Film im Georgischen Filmstudio und schloss 1990 sein Regiestudium am Staat lichen Film- und Theater-Institut in Kiew ab. Seit 1992 arbeitet er als Regisseur von Spielund Dokumentarfilmen bei der Georgia-TV Film.  www.berlinale.de


59. INTERNATIONALE FILMFESTSPIELE BERLIN 05. - 15. FEBRUAR 2009


GENERATION | DAS ANDERE UFER  | გაღმა ნაპირი | REGIE: GEORGE OVASHVILI | GEO | KZ |  2009  | 90 Min. 

MIT:  Tedo Bekhauri  | Galoba Gambaria  | Nika Alajajev  | Tamara Meskhi  | Archil Tabukashvili  | Verleiher : Arizona Productions   www.arizonafilms.fr  

Tedo ist zwölf. Er lebt gemeinsam mit seiner jungen Mutter Keto in einer abgeschiedenen Hütte außerhalb von Tiflis. Tedo und Keto sind Flücht­linge aus Abchasien. Der Bürgerkrieg hat ihnen alles genommen, auch Tedos und Ketos Hoffnung auf eine glückliche Zukunft in einer intakten Familie. Als sie aus Abchasien flüchteten, war Tedo erst vier. Tedos Vater muss­ten die beiden zurücklassen, sein Herz war zu schwach, als dass er die anstrengende Reise hätte auf sich nehmen können. Inzwischen ist Tedo Lehrling in einer Autoreparaturwerkstatt, Keto arbeitet als Verkäuferin.

Die wenigen Groschen, die Tedo verdient, steckt er seiner Mutter zu, damit die es nicht länger nötig hat, zu fremden, unfreundlichen Männern freundlich zu sein. Der Junge leidet sehr darunter, dass er zum Lebensunterhalt nur wenig beitragen kann, und auch der Lebenswandel seiner Mutter bereitet ihm große Probleme. Als er entdeckt, dass sie einen Liebhaber hat, ist das zu viel für Tedo. Er fasst den Entschluss, zu seinem Vater nach Abchasien zurückzukehren. Vielleicht findet er ja dort die Lösung für all seine Probleme.

Auf seiner Reise macht Tedo viele Bekanntschaften, und er muss viele Rückschläge einstecken. Nicht überall ist er willkommen. Aber als seine Reise zu Ende geht, hat er viele neue Einsichten gewonnen. Zum Beispiel, dass es nicht überall besser ist, wo man nicht ist.  www.berlinale.de

Foto:  Ausschnitte aus dem Film » Das andere Ufer «


60. INTERNATIONALE FILMFESTSPIELE BERLIN 11. - 21. FEBRUAR 2010


GENERATION | SUSA | სუსა | REGIE: RUSUDAN PIRVELI | Georgien 2010, 78 Min 

BUCH:  Giorgi Chalauri KAMERA:  Mirian Shengelaia Irakli Geleishvili SCHNITT: Rusudan Pirveli Zviad Alkhanaidze | SZENENBILD:  Guram Navrozashvili KOSTÜM: Lina Chikvaidze Produzentin Rusudan Pirveli Ausführender Produzent Zviad Alkhanaidze Co-Produzent J.S.C. Georgian Film, Tiflis

SUSA Erwartungen und Hoffnungen können einen stark machen, aber wenn die Realität jede Illusion zerstört, wird ein zwölfjähriger Junge schnell erwachsen. Susa ist zwölf Jahre alt, und wie jeder andere Junge in diesem Alter liebt er Spiele, außerdem hat er ein Faible für bunte Glasscherben. Sein Alltag ist eher trist. Er jobbt bei einem illegalen Schnapsbrenner, für den er Wodka ausliefert. Zu seiner Kundschaft gehören kleine Cafés, dunkle Kneipen, Pro stituierte, Alkoholiker. Er bezahlt seinen Anteil an die Straßenräuber, damit sie ihn in Ruhe lassen, und er hat ein waches Auge auf die Polizisten, die hin und wieder auftauchen. Kurzum, Susa hat sich perfekt an die harten Bedingungen seiner Umwelt assimiliert. Eines Tages erfährt Susa von seiner Mutter, dass sein Vater nach langer Abwesenheit endlich nach Hause kommen wird. Susa hofft, dass jetzt alles besser wird und der Vater ihn und seine Mutter mit zu sich nimmt. Damit nichts dazwischenkommt, beginnt Susa schon einmal damit, sein Leben umzukrempeln, um den besten Eindruck auf den großen Unbekannten zu machen, der schon bald vor der Tür stehen wird. www.berlinale.de

 

BERLINALE TALENT CAMPUS  |  REFLECTION |  REGIE: GIORGI MREVLISHVILI | Deutschland 2010 | 11 Min

Ushguli, das sich im kaukasischen Oberswanetien, nordwestlich von Tbilisi befindet, ist eines der schönsten Orte Georgiens. 2200 Meter über dem Meeresspiegel gelegen, ist das Unesco Weltkulturerbe eines der höchsten Bergdörfer Europas. Reflection portraitiert die Einwohner dieses abgelegenen und magischen Ortes, fern der modernen, digitalen Welt, während einer eigens für sie organisierten Filmvorführung. Bild für Bild stellt die Open-Air-Vorführung den Versuch dar, unverstellte menschliche Emotionen abzubilden.


63. INTERNATIONALE FILMFESTSPIELE BERLIN  07. - 17. FEBRUAR 2013


PANORAMA | EINE FALTE IN MEINER DECKE  | ჩემი საბნის ნაკეცი  | REGIE: ZAZA RUSADZE  | Georgien 2013 Länge | 75 Min. 

KAMERA:  Goga Devdariani | SCHNITT: Tamuna Karumidze | MUSIK:  Natalie Beridze, Kai Lillich | SZENENBILD:  Wouter Zoon | KOSTÜM:  Polina Rudchik | PRODUZENT: Zaza Rusadze AUSFÜHRENDE PRODUZENT: Els Vandevorst, Ineke Smits

Dimitrij unternimmt immer wieder einsame Kletterexkursionen. Er flieht vor der zermürbend surrealen Konformität der georgischen Kleinstadt, in der er lebt, und dem eintönigen Alltag im Justizgebäude, in dem er arbeitet. Dort regiert sein Vater als Richter ebenso despotisch wie zu Hause am Abendbrottisch. In der Nachbarschaft verteilt ein Mann verblichene Fahnen. Eine Tante hat sich in ihren alzheimerkranken Kopf gesetzt, dass ihr Schwager sie bestohlen habe. An monotonen Nachmittagen trifft man zusammen, um die Zeit mit Tortenverzehr, Selbstgesprächen oder Opernarien totzuschlagen. Als ein Fremder mit Namen Andrej auftaucht, überredet Dimitrij ihn, sich seinen Kletterausflügen anzuschließen. Immer enger zieht er den Mann in seinen Kosmos hinein, entschlossen, ihn zu seinem Freund machen. Dann ist Andrej verschwunden. Als Dimitrij alles verloren glaubt, folgt er, von seiner Fantasie getrieben, rätselhaften Spuren. Atmosphärisch beklemmend zeigt Zaza Rusadze eine Kleinstadtgemeinde im Hamsterrad ihrer Gewohnheiten. Souverän und scheinbar beiläufig zeichnet er zugleich in magischen Bildern die Vorstellungswelt seines Protagonisten und legt dessen Gefühlslandschaft frei.

Zaza Rusadze | Geboren 1977 in Tiflis, Georgien. Er arbeitete einige Jahre beim georgischen Fernsehen. 1996 begann er ein Regiestudium an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam. Während des Studiums jobbte er als Cutter für TV-Sender und als Übersetzer bei der Berlinale. Nach seinem Studium sammelte er erste Erfahrungen als Regieassistent unter anderem von Otar Iosseliani.  www.berlinale.de

PRODUKTION Zazarfilm Tblisi, Georgien +99 5 599689003 info@zazarusadze.com  | WELTVERTRIEB Media Luna New Films Köln, Deutschland +49 221 51091891 info@medialuna.biz

Foto:  Ausschnitte aus dem Film » Eine Falte in meiner Decke « Text: Berlinale Programm


63. INTERNATIONALE FILMFESTSPIELE BERLIN  07. - 17. FEBRUAR 2013


FORUM | DIE LANGEN HELLEN TAGE  | გრძელი ნათელი დღეები | IN BLOOM | REGIE: NANA EKVTIMISHVILI & SIMON GROß  | Deutschland/Georgien/Frankreich 2013 Länge 102 Min.

BUCH: Nana Ekvtimishvili | KAMERA: Oleg Mutu | KOSTÜMBILD: Medea Bakradze | MASKE:  Madona Chanturia | PRODUZENTEN: Simon Groß, Indiz Film UG, MarkWächter, Indiz Film UG Produzenten Guillaume de Seille, Arizona Productions, Nana Ekvtimishvili, Polare Film Redaktion Christian Cloos, ZDF, Doris Hepp, ZDF/Arte

DARSTELLER:  Lika Babluani  | Mariam Bokeria | Zurab Gogaladze | Data Zakareishvili | Giorgi  Aladashvili  | Gia Shonia |  Ana Nijaradze Sophiko | Maiko Ninua | Tamar Bukhnikashvili |  Temiko Chichinadze | Berta Khaphava | Endi Dzidzava | Zaza Salia

Tbilissi im Jahre 1992. Die Sowjetzeit ist vorüber, Georgien ist auf sich selbst gestellt, in der Provinz Abchasien herrscht Bürgerkrieg. Für Natia und Eka, die erst 14-jährigen Heldinnen von Grzeli nateli dgeebi, geht die Kindheit zu Ende. Eka wächst ohne ihren Vater auf, sie rebelliert gegen die besorgte Mutter und die ältere Schwester. Bei Natia terrorisiert der cholerische, trunksüchtige Vater die Familie. Frieden finden die beiden Freundinnen aber auch draußen nicht, in der Schule, auf der Straße, in der Schlange vor der Brotausgabe. Chaos, Unsicherheit, Zukunftsangst regieren den Alltag. Ein Verehrer schenkt Natia eine Pistole mit einem einzigen Schuss Munition. Wenig später wird Natia von einem anderen Verehrer entführt. Virtuos nimmt der erste Spielfilm von Nana Ekvtimishvili und Simon Groß die verschütteten Traditionen des georgischen Kinos wieder auf, verwebt Laut und Leise, Melancholie und Lieblosigkeit, Gewaltausbrü- che und Idylle, frühreife Kaltblütigkeit und kindliche Naivität zu einer wunderbar rhythmischen, aufregenden filmischen Komposititon. In Georgien ist eine neue Generation von Filmemachern erwacht, und sie beginnt damit, sich der eigenen Geschichte zu erinnern

BIOGRAFIE Nana Ekvtimishvili Geboren am 9. Juli 1978 in Tbilissi, Georgien. Sie studierte Drehbuch und Dramaturgie an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam. GRZELI NATELI DGEEBI ist ihr erster abendfüllender Spielfilm. Simon Groß Geboren am 8. Mai 1976 in Berlin. Er studierte Filmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. GRZELI NATELI DGEEBI  ist sein zweiter abendfüllender Spielfilm. www.berlinale.de

Foto:  Ausschnitte aus dem Film » In Bloom « Text: Berlinale Programm


64. INTERNATIONALE FILMFESTSPIELE BERLIN  06. - 16. FEBRUAR  2014


PANORAMA | BRÄUTE | პატარძლები | REGIE:  TINATIN KAJRISHVILI | Georgien / Frankreich 2014, 94 Min

MIT: Mari Kitia  | Giorgi Maskharshvili  | Weltvertrieb  Rezo Films

Die Näherin Nutsa heiratet ihren Freund Goga, den Vater ihrer Kinder. Die Zeremonie ist kurz: Beide unterschreiben, dann muss Nutsa wieder gehen. Goga sitzt im Gefängnis, er wird noch über sechs Jahre drin bleiben. Durch die Hochzeit erwirbt Nutsa die Berechtigung, einmal im Monat mit Goga durch eine Scheibe zu sprechen. Die Kinder wollen beim nächsten Termin nicht mehr mit, ihr Vater ist ihnen fremd geworden. Bei der Arbeit lernt Nutsa eines Tages einen Mann kennen. Sie unterhalten sich, der Mann besucht Nutsa. In diesem Augenblick ruft Goga an. Im Gefängnis gibt es eine Neuerung: Verheiratete dürfen über Nacht mit ihren Ehepartnern zusammen bleiben. Nutsa zieht das Kleid an, das sie bei ihrem ersten Date trug. Doch die plötzliche Nähe ist für Nutsa und Goga ungewohnt ... In eindringlichen, nahen Bildern erzählt Tinatin Kajrishvili mit ihrem ersten Langspielfilm vom Knastalltag. Patardzlebi ist ein bedrückender Film über Menschenwürde und über das repressive Justizsystem in Georgien.

Tinatin Kajrishvili | Geboren 1978 in Tiflis, Georgien. Studium der Regie an der georgischen Universität, Abschluss 2001. Mehrere Kurzfilme, später Teilnahme am IFASC Workshop für Produzenten. Ab 2009 Produktion zahlreicher Filme für EAVE. Die Kurzfilme NEST und BLACK MULBERRY liefen auf den Filmfestivals in Sundance, Cork, Palm Springs und Hongkong, der Spielfilm PARAJANOV wurde zuerst in Karlovy Vary gezeigt. BRIDES ist der erste von ihr produzierte Spielfilm, bei dem sie auch Regie führt und ist auf der diesjährigen Berlinale als bester Erstlingsfilm nominiert.  www.berlinale.de

FORUM  |  BLIND DATES  | შემთხვევითი პაემნები  |  REGIE: LEVAN KOGUASHVILI  | GEO | 2013  |  99 Min.

www.trigon-film.org  Drehbuch: Boris Frumin,  Levan Koguashvili in Zusammenarbeit mit Andro Sakvarelidze Kamera Tato Kotetishvili

MIT:  Andro Sakhvarelidze | Ia Sukhitashvili  | Archil Kikodze  | Weltvertrieb  Films Boutique | » Blind Dates «  DVD OmU  bei  www.amazon.de

Mit 40 Jahren lebt der Lehrer Sandro noch immer bei seinen Eltern, die sich ständig in sein Privatleben einmischen. Die Blind Dates, zu denen ihn sein Freund Iva drängt, interessieren ihn kaum. Bei einem Ausflug ans Schwarze Meer verliebt er sich auf einmal in die Friseurin Manana. Als deren Ehemann Tengo vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird, nimmt Sandros Schlamassel absurde Dimensionen an. Er gerät in wüste Familiendispute und sieht sich gezwungen, die von Tengo geschwängerte Natia bei seinen Eltern einzuquartieren.

Fehlschlüsse und Missverständnisse sind der Motor dieser melancholischen Komödie, in der sich alle immer in alles einmischen, während doch niemand wirklich zuhört, und alle alles falsch verstehen. Im Zweifelsfall argumentiert man wild durcheinander, und die Situation löst sich in heftigen Ausbrüchen auf. Levan Koguashvilis zweiter Spielfilm steht damit in den besten Traditionen des georgischen Kinos. Der Erzählton ist ruhig, die Ereignisse überschlagen sich. Unsentimental, mit Auslassungen und Andeutungen, in wunderbaren Farbkompositionen und mit enormem Gespür für Räume, Architektur und Stadtlandschaften erzählt, gewinnt der Film schließlich ungeheure Tiefe.

AUSZEICHNUNGEN:  Best Film & Best Director, Sofia International Filmfestival Fipresci Prize, Sofia International Filmfestival, Toronto International Film Festival,

Tokyo International Film Festival, Abu Dhabi Film Festival: Special Juryprize, Tbilisi International Film Festival, Palm Springs International Film Festival, Forum des Jungen Films, Berlinale, International Film Festival Vilnius, GoEast Festival, Best Directors Award, Lecce Filmfestival, Golden Olive Tree. www.berlinale.de  

Foto:  Ausschnitte aus dem Film » Blind Dates « Text: Berlinale Programm


67. INTERNATIONALE FILMFESTSPIELE BERLIN  09. - 19. FEBRUAR 2017


FORUM  |  MEINE GLÜCKLICHE  FAMILIE  | MY HAPPY FAMILY | REGIE: NANA EKVTIMISHVILI & SIMON GROß  |  Deutschland | Georgien | Frankreich | 2017 |  120 Min. 

MIT:  Ia Shugliashvili | Merab Ninidze | Berta Khapava | Tsisia Kumsishvili | Giorgi Khurtsilava  | www.berlinale.de

Manana reißt die Fenster in ihrer neuen Wohnung auf und wird sie nicht mehr schließen. Entfernter Straßenlärm, fröhliches Vogelgezwitscher und sanfte Windgeräusche bilden den Klang ihres neuen Lebens. Die 52-Jährige hat ihre Familie verlassen. Ohne Begründung. Ohne Streitereien. Tatsächlich scheint es keine konkreten Gründe für ihren Auszug zu geben. Wird sie nach dem Warum gefragt, schweigt sie und gibt die Frage zurück. Es ist eher das Gefüge der Familie an sich, dem sich Manana entziehen will. Die Rollen, die man zu spielen hat, die Funktionen, die man übernimmt, damit der Betrieb läuft, die aber auch dazu führen, dass man selbst untergeht oder übersehen wird. Nun sitzt Manana am offenen Fenster, spielt Gitarre und singt georgische Lieder. Deren melancholischer Rhythmus fließt in den Film ein. Wann immer ihre Wege sie in die alte Familienwohnung führen, scheint alles beim Alten zu sein, die Großmutter backt Huhn, der Großvater denkt über den Tod nach, die erwachsenen Kinder warten darauf, dass ihr Leben endlich losgeht, ihr Ehemann Soso raucht Kette, und der Kleiderschrank quietscht nach wie vor.

PRESSE:  (..) ein melancholisch-lebensfrohes und rauschhaft inszeniertes Drama (Spiegel)  Ein schöner leiser Film über eine Emanzipation (Perlentaucher.de /Berlinale Blog),  (..) ein präzises und liebevolles Portrait des Habitats Großfamilie (cult:online)   Unbedingt zu entdecken (Elle)   Ein überwältigender Film ( L´orbs)  Ein Glücksfall für das Kino (La Télérama)  www.zorrofilm.de 

Foto:  Ausschnitte aus dem Film » Meine glückliche Familie « Text: Berlinale Programm


LOLA  BERLINALE  |  GOD OF HAPPINESS | REGIE: DITO  TSINTSADZE | DEU | FR  |  GEO |  2015

MIT: Lasha Bakradze, Nadeshda Brennicke, Elie James Blezes, Tina Meliava

Giorgi, georgischer Auswanderer und Möchtegernschauspieler wurschtelt sich seit einigen Jahren erfolglos durchs Leben. Zusammen mit dem Afrikaner NGUDU bewohnt er eine verfallene Baracke in einem Industriegebiet am Rande Stuttgarts. Sein festgefahrenes Leben wird mit einem Mal durcheinander gewirbelt als seine Tochter TINA, die er seit der Scheidung von seiner Frau nicht mehr gesehen hat, ihren Besuch ankündigt.


GENERATION KPLUS |   LI.LE  | ლილე  |  REGIE: NATIA NIKOLASHVILIGeorgien 2017 | Ohne Dialog | 10 Min

Originaltitel: Li.Le |  Produktion: Vladimer Katcharava  | Schnitt: Nikoloz Ghoghoberidze  | Animation: Natia Nikolashvili  | Ton: Beso Kacharava  | Buch: Natia Nikolashvili Website: www.20steps.ge

Tonschnitt  Giorgi Murgulia   Geräuschemacher  Nugo Mikhanashvili   Animation   Natia Nikolashvili   Production Design  Natia Nikolashvili

Farbkorrektur  Levan Kukhashvili   Herstellungsleitung  Alexander Katamashvili   Produzent  Vladimer Katcharava

Dunkel und kalt ist es im Zauberwald, kein Sonnenstrahl dringt durch den dichten Nebel. Die Pflanzen sind verwelkt, die Seen zugefroren. Hier scheint sich kein Leben mehr zu regen. Nur ein Mädchen und ein Hirsch wandern durch die eisige Landschaft. Wonach suchen sie? In stimmungsvollen Aquarellen erschafft Natia Nikolashvili eine märchenhafte Welt und erzählt eine Geschichte, so faszinierend und rätselhaft wie ein Traum.

Natia Nikolashvili Geboren 1989 in Tiflis, Georgien. Schloss 2010 ihr Animationsregie-Studium an der Shota Rustaveli Theatre and Film Georgia State University in Tiflis ab. Sie arbeitet als Creative Director, Layouterin und Animatorin bei der Produktionsfirma 20 Steps Productions. www.berlinale.de

Foto:  Ausschnitte aus dem Film » LI.LE« Text: Berlinale Programm


FORUM  | CITY OF THE SUN | მზის ქალაქი | REGIE: RATI ONELI | Georgia | USA |The Netherlands | Qatar  | 2017 | 104 Min. | Dokumentarische Form  

BUCH: Dea Kulumbegashvili, Rati Oneli  | KAMERA:  Arseni Khachaturan  | SCHNITT:  Ramiro Suarez

Einst wurden in den Minen Tschiaturas bis zu 50 Prozent des weltweit benötigten Metalls Mangan gefördert. Heute wirkt der westgeorgische Ort wie eine apokalyptische Geisterstadt. Mzis qalaqi porträtiert einige verbliebene Einwohner: Musiklehrer Zurab zerlegt marode Betonbauten, um mit den Eisenträgern ein Zubrot zu verdienen. Archil arbeitet noch im Bergwerk, seine Leidenschaft gilt jedoch einer Laientheatergruppe. Zwei junge Athletinnen trainieren trotz Mangelernährung stoisch für die nächsten Olympischen Spiele.

In seinem Debütfilm gibt Regisseur Rati Oneli faszinierende Einblicke in einen Lebensraum, dessen düstere Industrieruinen gewaltig und kulissenhaft zugleich wirken. Ein Gewirr maroder Stromkabel und betagter Seilbahnen durchzieht Tschiatura wie verstopfte Blutbahnen einen siechenden Organismus, der unermüdlich dem Lauf des Lebens trotzt. Mzis qalaqi erinnert uns an die Flüchtigkeit von Utopien. In der Stadt, in der die Sonne niemals scheint, sind es einzig ihre Bewohner, die Wärme generieren. Viel mehr als dem Minenunternehmen gelingt Oneli etwas Großartiges: Seine Kamera fördert den wertvollsten Rohstoff zu Tage – Menschlichkeit.

Rati Oneli wurde 1977 in Tiflis (Georgien) geboren. Von 1994 bis 2000 studierte er Orientalistik an der Free University Tbilisi (M.A.). Von 1999 bis 2014 lebte er in New York, wo er an der Columbia University International Relations (M.A. 2005) sowie International Media (M.A. 2011) studierte. 2011 entstand sein erster Kurzfilm Theo. Seit 2013 arbeitet Rati Oneli an seiner Dissertation an der European Graduate School in Saas Fee (Schweiz), seit 2014 ist er Lehrbeauftragter an der University of Georgia. Daneben ist er auch als Produzent und Cutter tätig. Mzis qalaqi ist Onelis erster abendfüllender Film. | Produzentinnen und Produzenten: Dea Kulumbegashvili, OFA / Office of Film Architecture, Rati Oneli, OFA / Office of Film Architecture, Jim Stark

Foto:  Ausschnitte aus dem Film » CITY OF THE SUN« Text: Berlinale Programm


PANORAMA SPECIAL   |  HOSTAGES | მძევლები | REGIE: REZO GIGINEISHVILI | Russische Föderation | Georgien | Polen | 2017   | 103 Min. 

MIT: Merab Ninidze | Darejan Kharshiladze   | Tina Dalakishvili | Irakli Kvirikadze  | Giga Datiashvili | Giorgi Grdzelidze | George Tabidze | Giorgi Khurtsilava | Vakhtang Chachanidze 

BUCH:  Lasha Bughadze, Rezo Gigineishvili  | KAMERA:  Vladislav Opelyants | SCHNITT:  Jaroslav Kaminski, Andrey Gamov  MUSIK:  Gia Kancheli  | www.berlinale.de  

Die Georgische Sozialistische Sowjetrepublik, 1983: Grenzsoldaten haben junge Georgier im Auge, die ausgelassen im Schwarzen Meer baden. Sie rauchen West-Zigaretten, hören die Beatles und suchen im Berufsleben Unabhängigkeit vom Überwachungsstaat und von ihren Elternhäusern. Unter ihnen sind Ärzte, Schauspieler, ein Anwärter auf das orthodoxe Priesteramt sowie Anna und Nika, die bald heiraten werden. Mit ihren Gedanken sind sie alle ganz woanders: Nach dem Hochzeitsfest werden sie in Tiflis eine Linienmaschine besteigen, um diese auf dem Flug nach Leningrad mit Waffengewalt zur Landung in der Türkei zu zwingen. Ihre stürmische Sehnsucht nach Freiheit und eine unglückliche Verkettung unvorhersehbarer Ereignisse führen zu einer nationalen Tragödie.

Die spannende und atmosphärisch dichte Nacherzählung der Tiflisser Flugzeugentführung von 1983 zeigt junge Sowjetbürger, die sich zwischen den Versprechen der westlichen Kultur und der Unterdrückung durch die kommunistische Herrschaft zerrieben sehen. Einfühlsam lassen uns die Schauspieler erleben, wie Verzweiflung in Gewaltbereitschaft mündet und wie in einem unmenschlichen System Hilflosigkeit die Eltern lähmt.

Text: Berlinale Programm


GEORGISCHES  KULTURZENTRUM  BERLIN       |       10623   BERLIN        |        TEL :   + 49  (0) 30  250  19 415        |         info@kulturgeorgien.com        |       www.kulturgeorgien.com     |       Eka  Sharashidze       |      Nino  Gelashvili