Schon immer nahm Musik in Georgien einen wichtigen Stellenwert ein, davon erzählt nicht zuletzt die reiche polyphone Gesangstradition. Und es waren die Zwischentöne, zu denen sich die Georgier/innen besonders hingezogen fühlten, in denen sie ihren individuellen Ausdruck fanden.

Die traditionelle georgische Musik ist polyphon. Die musikalische Sprache ist vielfältig und regional äußerst unterschiedlich. Die Stimmführung und Harmonik des georgischen Gesangs sind weltweit einzigartig. Die Entwicklung der georgischen Polyphonie geht der europäischen um mindestens dreihundert Jahre voraus. Nach neuen Forschungen basiert sie neben dem eigenen Notensystem auf eigenständigen theoretischen Grundlagen mit eigenem Tonlagesystem. In den in Texten alter Lieder überlieferten Wörtern vermutet man Ähnlichkeiten mit altsumerischen Sprachen, die für die Sprachwissenschaft von eminentem Interesse sind. Die georgische Musik wurde von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Die Geschichte des georgischen Theaters zählt 165 Jahre. Nach der Initiative von Herrn Graf Michail Vorontsov, Generall-Feldmarshall, Hauptführer von Kaukasien, am 15. April 1847 wurde ein für 800 Zuschauer vorgesehenes Gebäude s.g. „Karvasla Theater“ unter der Führung eines Architekten aus Italien – Antonio Skudier, in vier Jahren gebaut. In Transkaukasien wurde das erste Operntheater am 12. April 1851 mit einem graziösen Ball eröffnet. In diesem Jahr am 25. Oktober wurde in der Zeitung von Paris – „Illustrasion“ ein Artikel von Edmond de Bares zusammen mit zwei Fotos der Theaterhalle veröffentlicht. Der Autor schrieb: „Einziges Theater der Stadt dessen Interieur ganz in mauritanischem Still eingerichtet wurde stellt tatsächlich eines der elegantesten, ausgezeichnetsten Theatergebäuden dar“. 

Der französische Schriftsteller Alexander Diuma, der im Jahr 1858 Tiflis besuchte, widmete ein ganzes Kapitel seines Buches „Kaukasien“ an das Opertheater.  „Mann kann zweifellos erwähnen, dass ich während meines Lebens nicht solche ausgezeichneten Hallen wie die Theaterhallen von Tiflis gesehen habe“ – schrieb er. Die am 9. November 1851 eingeladene italienische Theatertruppe unter der Leitung des Dirigenten Barbier eröffnete die erste Opersaison von Tiflis mit „Luchia di la Mermur“ von Gaetano don Icet. Während drei Monaten hat Barbier zwölf Operstücke gespielt, darunter: „Ernan“ von Jouseppe Werdi, „Norm“ von Vinchenco Belini, „Barbier von Sevilla“ von Joakino Rosini u.s.w.

Es ist bekannt, dass die Besucher erster Theaterstücke des tbilisser Theaters Lev Tolstoi und Haji Murat waren; Aber später, im 1857 Jahr fand das Debüt auf der Bühne von Teresa Stolz, von Jouseppe Werdi hervorgezogener Sängerin, in der Zukunft berühmter Sopran auf der Operbühne von Tiflis statt. In der zweiten Saison des neu eröffneten Opertheaters wurde aus Pietersburg einen Ballettruppe eingeladen, darunter Ph. Manochini und E. Panov. Die Truppe stellte am 5. Oktober  den zweiten Teil vom Ballett „Silfida“ von Tallion und „Polka-Wengerka“ dar. Es war die erste Ballettvorstellung in Tiflis. Später spielte Herr Fedor Manochin auch zweite Akte von „Jisel“. Das erste ganze Theaterstück stellt er im Jahr 1854 dar. Es war ein  Zwei-Akt-Ballett „Gitana“ von Schmidt (Choreographie von Tallion). Unter Musikfreunden aus Tiflis sind Belini, Doniceti, Rossini, Werdi aus italienischen Kompositionen beliebt..

Später interessierte man sich  in Tiflis für deutsche Opern, und zwar von Richard Wagner. Bald wurde ein großer Teil der hochkünstlerischen Operstücke aus Europa auf der Opernbühne von Tiflis gespielt. Die Oper wurde in Tiflis zu einer öffentliche Besichtigungsstelle.  Am 11. Oktober 1874 wurde das Opertheater von Tiflis durch einen Feuer zerstört. Die Oper wurde für 22 Jahre auf die Bühne vom „Sommertheater“ geführt. In dieser Periode wurde ein berühmter Sänger aus Russland – Fedor Shaliapin in Tiflis auf der Bühne künstlerisch getauft. Während dieser Zeit ist der Leiter des Theaters und  Komponist aus Russland – Ipolitov – Ivanov gekommen; Oft besuchte auch Peter Chaikovski das Theater. Im Jahr 1896 endete auf dem Golovini Prospekt (heute Rustaveli Aveniu) der Bau des neuen Opertheaters (heutiges Gebäude), vorgesehen für 1200 Personen, gebaut vom Architekten Viktor Schrötter.  Dieses s.g. „Schatzkammertheater“ wurde am 3. November 1896 durch eine russische Opertruppe mit dem Operstück von Michail Glinka – „Das Leben für den König“ eröffnet.

 In den 80.-90.-er Jahren des XIX. Jh. spielte ein Theaterstück in Tiflis Balletttheater von Imperatoren aus Petersburg, in der Truppe tanzten Sophia Fedorova, Aisedora Dunkan, Vera und Micheil Fokin. Micheil Fokin spielte seine ersten innovatorischen Ballettstücke, die ihm danach  in Paris bei den „Russischen Saisons“ von Diagilev Anerkennung brachten. In Tiflis fand das  ausländische Debüt von Maria Perini – Schülerin von Enrico Cheketi, italienischer Tänzer,statt. Sie zeigte georgischen Zuschauern zum ersten mal 32 Fuetten. In den Jahren 1897-1907  spielte Perini im Opertheater von Tiflis. Mit ihrem Namen ist die Gründung einer georgischen Ballettschule verbunden. Zu verschiedenen Zeiten traten auf diese Bühne berühmte Oper- und Balletttruppen auf: italienische Oper (1897-98; 1910), Imperatorenoperette von Wien (1903), Komixoper von Mosqau und Petersburg (1907), Imperatorenballett von Petersburg (1907-08; 1913), sangen ausgezeichnete Sänger.Die im Jahr 1905 gegründete Filharmoniegesellschaft von Tiflis hat russische und osteuropäische Opern auf Georgisch gespielt, was dem Verfahren weiterer demokratisierung von Opernkunst nützte und mehr und mehr Schichten der Bevölkerung zu sich zog. Das alles unterstütze die  Schaffung der georgischen Nationaloper. Die erste georgische Oper wird mir dem Namen von Meliton Balanchivadze verbunden. Fragmente aus seiner Oper „Tamar der Lügnerin“ wurde am 20. Dezember 1897 in Petersburg gespielt, aber vollständig spielte man es nur in der Saison von 1925-26 auf der Operbühne von Tiflis. Die erste georgische Oper, die auf der Bühne des Operntheaters von Tiflis gespielt wurde war „Kristine“ von Revaz Gogniashvili (17. Juni 1918), aber als erstes klassisches Werk in dieser Richtung findet man Opern von 1919, die auf der Bühne des Operntheaters Tiflis gespielt wurden: 5. Februar – „Legende über Shota Rustaveli“ Dimitri Arakishvili, 21. Februar – „Abesalom und Eter“ Zakaria Phaliashvili, Dezember – „Keto und Kote“ Zakaria Phaliashvili. Diese Opern bestimmten schon nach ersten Vorstellungen die Nationalart des georgischen Opertheater. Das Theater eröffnet nach Tradition die neue Saison immer mit „Abesalom und Eter“ von Phaliashvili. Das erste georgische klassische Ballett, „Mzechabuki“ von Andria Balanchivadze („Das Herz der Bergen“) wurde im Jahr 1936 vom Herrn Vakhtang Chabukiani,einer der Reformatoren klassischen Tanzes der Männer, Ballettmeister und berühmtester Tänzer der  Modernität, „Zauber des Tanzes“, Gründer der georgische Ballettschule, gespielt.

 In den Jahren 1929-41 spielte er beim Kirovi Theater für Oper und Ballett von Leningrad (Maria) alle Solos vom klassischen Repertoire. Aber seit  1941 ist er zurück nach Tiflis gekommen und bis 1973 führte er die Balletttruppe des Staatlichen Theaters für Oper und Ballett. Er hat auch viele georgische Balletts gespielt. Auf der Theaterbühne tanzten zu verschiedenen Zeiten ausgezeichnete Schauspieler: Lili Gvaramadze, Vera Tsignadze, Irina Aleksidze, maira Bauer, Eter Chabukiani, Irina Jandieri, Liliana Matiashvili, Zurab Kikaleishvili, Bekar Monavardisashvili, Tengiz Sanadze, Jarji Magalashvili, Vakhtang Gunashvili u.s.w.

In den Jahren 1950-73  führte Chabukiani auch die choreographische Schule von Tiflis, deren Absolventen weltweit anerkannte Tänzer und Ballettmaister sind. Die Oper von Tiflis ist stolz auf solche ausgezeichneten Sänger, die Traditionen georgischer Opernschule geschaffen haben und fortsetzen – Vano Sarajishvili, Sandro Inashvili, Niko Kumsiashvili, David Andguladze, Petre Amiranashvili, David Gamrekeli, David Mtchedlishvili, Batu Kraveishvili, Nadezhda Kharadze, Nadezhda Tsomaia, Vera Davidova, Meri Nakashidze, Zurab Anjaparidze,  Nodar Andguladze, Lamara Tchkonia, Medea Amiranashvili, Tamar Gurgenidze, Tsisana Tatishvili, Liana Kalmakhelidze, Paata Burtchuladze, Temur Gugushvili, Jemal Mdivani, Eldar Getsadze, Makvala Kasrashvili, Zurab Sotkilava, Badri Maisuradze, Valerian Gamgebeli, Lado Ataneli, Gia Gagnidze, Naira Glunchadze, Eter Tchkonia (Eter Moris), Iano Alibegashvili (Iano Tamar), Nana Kavtarashvili (Mirian), Tamar Javakhishvili (Tamar Iveri), Nino Surguladze u.s.w. Bei der Oper- und Balletttheater von Tiflis arbeiteten berühmte georgische Dirrigenten: Ivane Paliashvili, Valerian Mizandari, Evgeni Mikeladze, Odisei Dimitriadis, Vakhtang Paliashvili, Didim Mirtskhulava, Zakaria Khurodze, Jansug Kakhidze; Reggisseuren: Aleksandre Tsutsunava, Kote Marjanishvili, Sandro Akhmeteli, Vakhtang Tabliashvili, Mikheil Tumanishvili, Giga Lortkipanidze, Gizo Zhordania, Guram Meliva, Robert Sturua, David Sakvarelidze; Maler: Valerian Sidamon-Eristavi, Sergo Kobuladze, Tamar Abakelia, Simon (Soliko) Virsaladze, Ivane Askurava, Parnaoz Lapiashvili, IuriGegeshidze, Giorgi Aleksi-Meskhishvili, Muraz Murvanidze u.s.w.

Seit den 1930.-er Jahren treten georgische Opern und Balletts über die georgische Grenze. Sie wurden in Russland, Ukraine, Armenien, Aserbaidschan, Polen, Deutschland, Frankreich, Bulgarien, Tschechetien, Slowakien, Ungarn gespielt. Die Oper- und Balletttruppe von Tbilissem Theater hatte in mehreren Staaten Triumphtouren gehabt, sie nahm erfolgreich an internationalen Festivals und Foren teil. Die Bühne des Theaters von Tiflis besuchten und besuchen oft weltberühmte Opersänger, Musiker und Tänzer.

 Anfang  der 1970.-er   führte  Herr Giorgi Aleksidze, Schüler vom Fedor Lopukhov, die Ballettratte des Theaters. Aleksidze brachte dem Theater eine ganz andere Ästhetik. Außer dem  klassischen Repertoire spielte man im Theater auch neoklassische Balletts.

In den Jahren 1982-85  führte Mikheil Lavrovsk, berühmter Tänzer und Choreograph von großem Theater die Balletttruppe . Zusammen mit dem Opertheater von Tiflis ist sie mit wichtigen Episoden der künstlerischen Biographie von Herrn Jansug Kakhidze, berühmtem georgischen Dirrigent verbunden.  Er kam dort  1962 an und war danach in den Jahren 1965-68 Hauptdirrigent und in den Jahren 1982-2002 künstlerischer Leiter des Theaters.

 

Bei dem Feuer im Jahr 1973 das fast das ganze Interieur zerstörte  wurde einen großer Teil von wertvollsten und schönsten, von Herrn Sergo Kobuladze gefertigte Gardinen und Kostüme, Requisiten, Museen- und Archivmaterialien verbrannt. Im Jahr 1978 wurde das Gebäude des Theaters in seiner ursprünglichen Form erneuert (Architekten – Leri Medzmariashvili, Murtaz Chachanidze). Interieur und Bühne wurden vergrößert.  Der Ost-, Pseudomauritaner Still des Gebäudes wurde aufgehoben. 6 Hallen für ein Probespiel wurden eingerichtet (3 Ballett, 2 Oper und eins für Orchester), in den s.g. „roten“, hellblauen, mit den Spiegeln eingerichteten drei ausgezeichneten, im Theaterflur liegenden Hallen finden  Vokal- und kammerkonzerten, Ausstellungen und unterschiedliche Treffen statt . In den Jahren  1986-2004 war Herr Zurab Lomidze der Direktor des Oper- und Balletttheaters von Tiflis. 2004-2012 war der  Leiter des Oper- und Balletttheaters von Tiflis Regisseur Herr Davit Sakvarelidze. 2004-2009 war der Kunstleiter – Zaza Azmaipharashvili. 2011-2014  war der musikalische Direktor und Hauptdirrigent Jan Luka Marchano. 2013-2014 war Leiter des Theaters der Dirrigent Giorgi Zhordania, und der  Direktor – Giorgi Kiladze. Ab 2014 war der Kunstleiter des Theaters  der Dirrigent Herr Davit Kintsurashvili, und der Direktor – Aleksandre Motsonelidze. 

Seit 2004 ist die Kunstleiterin  des Balletts die  berühmte Ballerine Nino Ananiashvili. Das Repertoire der Truppe umfasst heutzutage Balletts von Balanchini, Eshton, Burnonvil, Kilian, Werke moderner Choreographen. Zusammen mit der Balletttruppe arbeiten berühmte Choreographen und Ballettmeister: M. Lavrovski, P. Andersen, A. Grant, B. Kuck, D. Bonner, M. Barbier, T. Makintaer, A. Padeechev, I. Posokhov, B. Stivenson, N. Euverinki, K. Osola, P. De la Rua, B. Martin; Dekorationen und Kostüme für die Balletttheaterstücke fertigen: Aleksandre Vasiliev, Viacheslav Okunov, Davit Monavardisashvili; In Tiflis dirrigieren Theaterstücke oft Sergei Stadler, Aleksandre Sotnikov, Robert Koul. Zusammen mit der Balletttruppe des Staatlichen Theaters für Oper und Ballett von Tiflis spielen: Anchel Korela, Andrei Uvarov, Sergei Pilin, Igor Zelenski, Irma Nioradze, Devid Holberg, Elene Glurjidze, Maia Makhateli, Tamara Rocho u.s.w.

Im Jahr 2010 fing man mit der Renovierung des Gebäudes des Theaters (Architekt – Leri Medzmariashvili) an. Es wurde die beim Feuer verbrannten vom Herrn Sergo Kobuladze im Jahr 1960 gefertigte Gardinen „Visitkarte des Theaters“ gedruckt und zurück zur Bühne gekehrt. Nach 1955 wurde die  erneuerte Version von dem  Zweiband „Oper- und Balletttheater von Tiflis“ von Shalva Kashmadze zum zweiten mal veröffentlicht. Ein erneuertes Theater für Oper und Ballett von Tiflis wurde am 30. Januar 2016 mit einer Premiere „Abesalom und Ether“ feierlich eröffnet.