Zurab Karumidze (*1957) ist einer der wichtigen zeitgenössischen Schrifsteller Georgiens. Sein Werk umfasst Romane, Kurzgeschichten, Novellen sowie ein Buch über Jazz, das den wichtigen georgischen Literaturpreis SABA gewann. Er ist Herausgeber und Mitherausgeber einiger Essaybände über georgische Politik und Kultur. 

 

Dagny oder Ein Fest der Liebe ein wildes postmodernes Spiel über die Liebe, die Literatur und Georgien. Zentrale Figur ist Dagny Juel, die es wirklich gab und die am 4. Juni 1901 in Tiflis erschossen wurde. Juel war Norwegerin, sie lernte Edvard Munch kennen und wurde sein Modell (u. a. für die berühmte »Madonna« ). Später traf sie auf August Strindberg, der sie erst liebte und dann in einem Drama vernichtete. Schließlich heiratete sie den Bohemiensatanisten Stanislaw Przybyszewski, mit dem sie zum Berliner Künstlerkreis um die Kneipe »Das Schwarze Ferkel« gehörte. Dagny Juel hat Gedichte und kurze Dramen geschrieben, die Karumidze immer wieder zitiert; diese wurden für die deutsche Fassung von Lars Brandt aus dem Norwegischen übersetzt. Wer tritt sonst noch auf? Zunächst der Mystiker Georges Gurdjieff und der Dichter Wascha-Pschawela. Weiter ein sprechender Rabe vom Saturn, der Maler Niko Pirosmani, ein tibetanischer Schamane und viele andere. Sie alle nehmen an einem »Fest der Liebe« teil, das dann gründlich schiefgeht, weil sich der junge Revolutionär Koba einmischt, der später als Josef Stalin in die Geschichte eingehen wird. Und natürlich spielt das georgische Nationalepos, Der Recke im Tigerfell, von Schota Rustaweli, eine wichtige Rolle.  Dagny or A Love Feast wurde 2012 auf die Longlist des »Dublin International Literary Award« gewählt. Zurab Karumidze lebt in Tiflis und ist als außenpolitischer Berater der georgischen Regierung tätig.


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DAGNY ODER EIN FEST DER LIEBE

 Weidle Verlag  |  www.weidleverlag.de  | Aus dem Englischen von Stefan Weidle

Gefördert vom Georgian National Book Center

288 Seiten  |  Erschienen: September 2017  |  Umschlag: Levke Leiss

» Dagny oder Ein Fest der Liebe «  bei  www.amazon.de 


TERMINE


Zurab Karumidze und Stefan Weidle lesen und singen aus »Dagny oder Ein Fest der Liebe«

In Zusammenarbeit mit dem Georgian National Book Center (GNBC)

 

21. APRIL  |  2018  | 19:30 Uhr

Literaturwoche Donau 2018

Adresse: Botschaft internationale Stadt Ulm  |  Hans-und-Sophie-Scholl Platz, Stadtmitte

 

 

23. APRIL  |  2018  | 19:30 Uhr

Adresse: Buchhandlung Backhaus  |  Jakobstraße 13  |  52064 Aachen

 

 

25. APRIL  |  2018 | 19:30 Uhr 

Adresse: Buchhandlung Patz  |  Bahnhofstr. 6  | 29553 Bienenbüttel

 


26. APRIL  |  2018  |  19:00 Uhr 

Adresse: Hofbuchhandlung Vietor GmbH  |  Ständeplatz 17, 34117 Kassel

www.hofbuchhandlung-vietor.de

Lesung Zurab Karumidze: Dagny oder Ein Fest der Liebe

Ein turbulenter Roman über das Ende der Belle Époque und den Beginn des Terrors:

Fast wäre es leichter aufzuzählen, was in diesem Roman nicht vorkommt, denn Zurab Karumidze hat alles in sein großes postmodernes Spiel gepackt, dessen er nur irgend habhaft werden konnte. Immerhin aber hat er uns eine zentrale Figur geschenkt, Dagny Juel. Die gab es wirklich, sie wurde am 4. Juni 1901 in Tiflis von einem nicht erhörten Liebhaber erschossen. Sich selbst erschoß er dann auch. Am 8. Juni 1901, ihrem 34. Geburtstag, wurde Dagny in Tiflis beerdigt.

www.weidleverlag.de 


17. FEBRUAR   |  2018   | 18.00 Uhr

GEORGISCHE POLITIK & LITERATUR | Stiftung Buch-, Medien- und Literaturhaus München  Salvatorplatz 1 80333 München | www.literaturhaus-muenchen.de

Ein Abend mit Giorgi Kvirikashvili, Mikheil Janelidze, Mikheil Giorgadze, Levan Izoria und den Autoren Zurab Karumidze, Aleksandre Kartozia & Giorgi Akhvlediani

Im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz findet auch in diesem Jahr eine Veranstaltungsreihe zum Thema Politik und Literatur statt. Mit Blick auf die Rolle Georgiens, als Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse, wird S.E. Giorgi Kvirikashvili, Premierminister von Georgien, zu einem Abend einladen.  POLITIK: Giorgi Kvirikashvili (Premierminister Georgien), Mikheil Janelidze (Vice-Premier & Außenminister), Mikheil Giorgadze (Minister für Kultur & Sport) & Levan Izoria (Verteidigungsminister)

LITERATUR: Zurab Karumidze (»Dagny oder Ein Fest der Liebe«, aus dem Englischen von Stefan Weidle, Weidle Verlag 2017), Aleksandre Kartozia & Aka Morchiladze (»Reise nach Karabach«, Aus dem Georgischen von Iunona Guruli, Weidle Verlag)

Moderation: Knut Cordsen (Bayerischer Rundfunk)

Anschliessend Empfang mit georgischem Wein.  SPRACHE: ENGLISCH

Veranstalter: Münchner Sicherheitskonferenz // Giorgi Kvirikashvili, Premierminister von Georgien


Leseprobe

Langsam wie ein Lavastrom fuhr der Zug in den Bahnhof von Tiflis ein, seine keuchende Lokomotive hielt an. Emeryk betrat als erster den Bahnsteig. Er winkte mit dem Hut Anton Keller zu, der sich raschen Schrittes ihrem Waggon näherte, begleitet von einem Gepäckträger, einem lokalen Kurden mit mächtigem Schnauzbart. Zenon hüpfte die Trittstufen hinab, gefolgt von Dagny, die ihn am Kragen festzuhalten versuchte. »Vorsichtig, mein Schatz!« mahnte sie. »Ducha, darf ich dir meinen Partner und Freund vorstellen, meinen Petrus, den Felsen, auf den ich meine Kirche bauen kann?« Emeryk half der stolpernden Dagny die Stufen vom Waggon hinunter, ihr Kleid hatte sich verhakt.

»Willkommen in Tiflis, Madame Przybyszewska!« Keller wurde vor Aufregung rot, als er versuchte, Dagny die Hand zu küssen.

»Wie schön, Sie kennenzulernen, Monsieur Keller!« erwiderte Dagny, vermied den Handkuß und umarmte ihn statt dessen schwesterlich. »Wład hat so nett von Ihnen gesprochen.«

Sie bahnten sich einen Weg durch die laute, bunte Menschenmenge ins Bahnhofsgebäude. Einige Leute trugen europäische Anzüge, andere Post­-, Polizei­- oder Bahnuniformen. Die mei­sten aber trugen die traditionellen Trachten, die Männer riesige Filzhüte und Lederstiefel, die Frauen gestickte Westen über Satin und Seide. Nonnen in Schwarz kamen vorbei, gefolgt von fliegenden Händlern, die Kekse und Bonbons feilboten.

Im Bahnhofsbüfett war es kühler und ruhi­ger; das Klimpern eines elektrischen Klaviers mischte sich mit dem Stimmengewirr aus allen Sprachen, die man hier sprach: Russisch, Deutsch, Türkisch, Armenisch. Am lautesten waren die Georgier, vier von ihnen saßen an einem Tisch und tranken Champagner.

»Ist es nicht noch ein bißchen früh für Champagner?« fragte Dagny.

»Wenn es ums Trinken geht, verlieren die Leute hier jegliches Zeitgefühl, meine Liebe«, erklärte Emeryk.

Sie nahmen an einem Tisch nahe der Bar Platz und bestellten Limonade. Als Dagny an dem kühlen, erfrischenden Getränk nippte, fühlte sie plötzlich, wie ein starrer Blick sie förm­lich durchdrang. Sie sah zum anderen Ende der Bar; dort stand ein Mann, der sich auf seinen linken Arm stützte und sie unverwandt anstarrte.

»Wieder so ein riesiger Schnauzbart … diese Männer können offenbar nur durch enorme Haarbüschel atmen«, dachte sie und wandte den Blick von ihm.

Der pechschwarze Schnauzbart des Mannes war tatsächlich sehr dick, die Enden nach oben gezwir­belt. Auch seine Augen waren riesig – sie glänzten und schienen aus seiner Stirn herauszutreten; dicke Adern wölbten sich über seinen Schläfen. Auf dem rasierten Kopf trug er eine turkmenische Fellmütze. Sein buntes Hemd war eckig wie seine Weste und Hose. Dennoch sah er nicht wie ein Landstreicher aus – eher wie ein weitgereister Mann. Auch schien er nicht arm zu sein, auf die Frage des Barmanns hin bestellte er französischen Armagnac und arme­nisches Dörrfleisch. In seiner Jugend kannte man ihn als den »Schwarzen Griechen«, doch nach einem Jahrzehnt in Zentralasien gaben ihm seine Reisegefährten einen neuen Namen: »Tiger von Turkestan«. Weitere zwei Jahrzehnte später sollte er als Georges Gurdjieff berühmt werden, Lehrer heiliger Tänze und Verkünder der harmonischen Entwicklung des Menschen.



PRESSE

 

Scheinderwische, Schamanen und Esoteriker  |  Beitrag vom 01.02.2018 | Von Anja Beisiegel

Manchmal ist es schwierig, den Inhalt eines Buches zusammenzufassen. Oder das Genre exakt zu bestimmen. Oder die deutsche Übersetzung zu beurteilen. Selten ist es so schwierig wie bei „Dagny oder ein Fest der Liebe“ des georgischen Autors Zurab Karumidze!

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es ist kein biografischer Roman über Dagny Juel, die Muse August Strindbergs und Edward Munchs. Hier führt der erste Teil des Titels in die Irre. Der zweite Teil „Fest der Liebe“ kommt dem Ganzen schon näher.  Weiterlesen auf www.fixpoetry.com

 

SWR Bestenliste die Bücher des Monats  |  Platz 3  Zurab Karumidze: Dagny oder Ein Fest der Liebe

 

LESART | Beitrag vom 03.11.2017  |  GEORGISCHE LITERATUR | Von Olga Hochweis

MIT DEM SCHRIFTSTELLER KARUMIDZE DURCH TIFLIS

Karumidzes Roman "Dagny oder ein Fest der Liebe" ist ein Ort unmöglicher Begegnungen. Personen aus unterschiedlichsten Zeiten treffen hier aufeinander: Stalin begegnet dem Mystiker Gurdjieff. Schauplatz ist Tiflis. Ein Stadtspaziergang mit dem Autor.  | Wie vor 100 Jahren werden in Tiflis die Gehwege immer noch mit einfachen Besen gereinigt. Wäre das städtische Personal nicht mit neonfarbenen Westen bekleidet, könnte es glatt dem Roman von Zurab Kuramidze entsprungen sein. Und auch architektonisch lässt sich hier das Fin de siècle mit seinem heute  abgeblätterten Charme entdecken.

Weiterlesen auf www.deutschlandfunkkultur.de

 

Zurab Karumidze: Dagny oder Ein Fest der Liebe  | Von: Heinz Gorr | 10.10.2017 

Geschichte einer Femme fatale

Der Roman des georgischen Schriftstellers bindet das tragische Ende der allseits bewunderten Muse Dagny Juel ein in die aufregende Umbruchszeit der vorletzten Jahrhundertwende in Tiflis (Georgien).  | Die Titelfigur des Romans gab es wirklich: Anfang der 1890er-Jahre ging die norwegische Schriftstellerin Dagny Juel nach Berlin, um Musik zu studieren, wurde dort zu einer allseits begehrten, außergewöhnlichen Frau und zur Muse von Künstlern wie August Strindberg oder Edvard Munch. Zwei Kinder hatte sie aus der Ehe mit dem Polen Przybyszweski; 1901 aber kam der Bruch: Dagny verlässt Krakau mit dem Verehrer Vlad Emeryk und reist nach Tiflis. Vermutlich aus Eifersucht erschießt er die gerademal 33-jährige Dagny und dann sich selbst. 

Weiterlesen auf www.br.de

 

Schamanen und Bombenleger – »Dagny oder Ein Fest der Liebe« von Zurab Karumidze | von JOCHEN KIENBAUM  | Beitrag von 28.01.2018

Der Roman Dagny oder Ein Fest der Liebe ist eine herausfordernde Lektüre. Beinahe fällt es leichter aufzuzählen, was nicht in diesem Roman vorkommt, denn Zurab Karumidze rührt mit kindlichem Vergnügen und intellektueller Souveränität eine überbordende Geschichte zusammen, in deren Mittelpunkt eine starke, faszinierende Frau steht. Dagny Juel hat es wirklich gegeben, sie war Muse und Modell Edvard Munchs, Geliebte Strindbergs, Femme fatale und unterwegs im Berliner Künstlerkreis um die Kneipe »Das Schwarze Ferkel“, verheiratet mit einem polnischen Bohemiensatanisten und Opfer eines liebesverrückten Bankrotteurs mit Pistole, der sie am 4. Juni in Tiflis erschoss.

Weiterlesen auf www.lustauflesen.de


Presse-Kontakt: Kirchner Kommunikation   |    www.kirchner-pr.de    |    10961 Berlin   |    Tel.:  030 - 84 71 18 13;      Fax:  030 - 84 71 18 11      |     E-Mail: haerdle@kirchner-pr.de    



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