Bela Chekurishvili | Wir, die Apfelbäume



Bela Chekurishvili,  1974 in Gurjaani (Georgien) geboren, hat georgische Sprache und Literatur an der Universität Tbilisi studiert. Sie arbeitete als Kulturjournalistin und ist Doktorandin für Komparatistik an der Universität Tbilisi. Zurzeit studiert sie an der Universität Bonn. Sie ist Autorin von vier Lyrikbänden, zuletzt 2017 »Detektor der Nacktheit« bei Intelekti. 2016 erschien in Georgien der Kurzgeschichtenband »Rheinische Aufzeichnungen« sowie im Verlag Das Wunderhorn der Gedichtband »Wir, die Apfelbäume« in der Übersetzung von Norbert Hummelt. Ihre Gedichte finden sich in zahlreichen Anthologien. In Deutschland wurden 2015 vier Gedichte in der Sammlung »Aus der Ferne. Neue Georgische Lyrik« von der Corvinus Presse Berlin veröffentlicht.



BELA CHEKURISHVILI  BARFUSS 

Das Wunderhorn   |   Erscheiunungsjahr:  2018

www.wunderhorn.de  

Übersetzung: Lika Kevlishvili 


„Fortgegangen bin ich ohne Rückfahrkarte…“ Die neuen Gedichte von Bela Chekurishvili schöpfen aus der Radikalität des Aufbruchs – dem Schritt aus der Enge des Vertrauten in die ungewisse Weite, den die Dichterin aus Georgien mit ihrer Übersiedlung nach Deutschland vollzogen hat.

Schonungslos und direkt bilanzieren diese Verse Gewinn und Verlust eines Lebens in zwei Welten, barfuß bewegen sie sich auf Glatteis, Wiese und Asphalt, in den Erinnerungsräumen, die auf Fotos aufleuchten. Die verblasste sowjetische Kindheit, Armut und Glanz der Tifliser Wendejahre, destruktive Lieben, das Altern der Eltern – all das wird in mitreißenden Rhythmen evoziert und in Gesang verwandelt. Bis hin zur Beschwörung heidnischer Bräuche, die am Ende wieder zum Gedicht führt: „das ist ja schließlich auch ein altes Ritual, / Silbe mit Silbe zu verschwistern, / mit Wörtern zu spielen, bis sie knistern.“ 2018 ist Georgien Gastland auf der Frankfurte Buchmesse.



WIR,  DIE  APFELBÄUME  | BELA  CHEKURISHVILI  

Das Wunderhorn Verlag   |  Erscheinungsjahr: 2016

www.wunderhorn.de 

 Übersetzung: Norbert Hummelt

» Wir, die Apfelbäume «  bei  www.amazon.de


Wir, die Apfelbäume – wozu blühen wir überhaupt? Wie kommt Sisyphos zu seinem Stein, wie hat Salome das Tanzen gelernt? Und wenn einer sein Kreuz trägt und klagt – was sagt das Kreuz dazu? Bela Chekurishvilis Gedichte gehen vielen Fragen nach; die Fragwürdigkeit des Lebens überhaupt, seiner Einrichtungen und Übereinkünfte, ist ein zentrales Motiv ihres Schreibens.

Die 1974 geborene Dichterin und Kulturjournalistin gehört zur »Wende«-Generation in der georgischen Literatur – aufgewachsen unter dem Sowjetstern und dann hineingestellt in die plötzliche Freiheit eines Landes, das ganz neu war und zugleich ganz alt. Alt wie die Apfelbäume und der Wein. Ihre Gedichte sind getragen von einem Aufbegehren gegen die reiche Formtradition der georgischen Dichtung und doch zugleich von ihr gespeist. Aber ob sie nun zum prosanahen, skeptischen Blocksatz tendieren oder im Urvertrauen auf den Reim zu tanzen beginnen – immer sind diese Gedichte elektrisch geladen. Nach Interlinearversionen von Tengiz Khachapuridze aus dem Georgischen von Norbert Hummelt


Beichte Nr.1

Da war ein Tag, als alles aufging –

die Türen, die Hosenknöpfe

und die Rechenaufgaben,

alle Ergebnisse und Antworten

lagen bereits beim Erwachen vor.

Ich irre mich nicht,

an diesem Tag erwachten alle:

der Kaffeesatz am Grund der Tasse

der Klavierlehrerin,

das Kampfschwert des Urgroßvaters,

die Kellerratte, die Lust des Säufers auf die Kellnerin,

das Rabennest im Fürstengarten,

die Platanen am Straßenrand, und die Straße.

[…]

So beginnt ein Gedicht aus dem Band „Wir, die Apfelbäume“ der georgischen Lyrikerin Bela Chekurishvili...  weiter lesen  auf  FIXPOETRY Wir reden über Literatur |  Georgica 



In Georgien veröffentlichte Bücher 





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