Aka Mortschiladse, geb. 1966 in Tbilissi, ist einer der bekanntesten georgischen Schriftsteller der Gegenwart. Er studierte Geschichte an der Staatlichen Universität Tbilissi. Bisher hat er über 20 Romane und zwei Kurzgeschichtenbände veröffentlicht und gewann in Georgien zahlreiche Literaturpreise, zuletzt für »Obolé« den Saba-Preis für den besten Roman des Jahres 2011. Er lebt und arbeitet in London


TERMINE


 17. M Ä R Z   |   2018  |  19 : 00 Uhr  |  D E R   G E O R G I S C H E   A U T O R   S T E L L T   S E I N E   W E R K E   V O R  |  Santa Esperanza (Mitteldeutscher Verlag)  |  Reise nach Karabach (Weidle Verlag)

 Café bau bau in der GFZK   |  Karl-Tauchnitz-Straße 9–11 · 04107 Leipzig   |  Eintritt frei

 Eine Kooperationsveranstaltung zwischen dem Georgian National Book Center, dem Weidle Verlag und dem Mitteldeutschen Verlag.  Moderation  JAN WIELE (F. A. Z.)

 Kontakt:  Jana Krimmling  |  krimmling@mitteldeutscherverlag.de   |  Tel.: (03 45) 2 33 22 10  |  www.leipziger-buchmesse.de


20. M Ä R Z   |   2018  |  20 : 00 Uhr  |  A K A   M O R C H I L A D Z E :   " R E I S E   N A C H   K A R A B A C H " 

Aka Morchiladze präsentiert mit seinem Verleger Stefan Weidle seinen Roman „Reise nach Karabach“

Der Zauberberg  |  Bundesallee 133, 12161 Berlin-Friedenau  |  Eintritt 5 Euro

Anmeldungen direkt in der Buchhandlung, per E-Mail info@der-zauberberg.eu  oder unter 030 / 56 73 90 91  |  www.der-zauberberg.eu 


21.  M Ä R Z  |   2018  |  19 : 00 Uhr |   A K A    M O R T S C H I L A D S E :  S A N T A   E S P E R A N Z A  | Mitteldeutscher Verlag 

Es liest: Alexander Suckel (Literaturhaus Halle)  Moderation: Roman Pliske (Mitteldeutscher Verlag)  Übersetzung: Christian Sengewald  | Veranstalter: Georgian National Book Center  Literaturhaus Halle  |  Bernburger Str. 8, 06108  Halle  Deutschland | Eintritt: 8 € / 5 € ermäßigt  Kartenvorbestellungen zwischen 9 und 16 Uhr

unter der Telefonnummer +49 (0) 345 13252513 oder unter tickets@literaturhaus-halle.de  |  www.literaturhaus-halle.de


22. M Ä R Z  |  2018  | 19:30 Uhr  |  L I T E R A T U R A B E N D   M I T   A K A   M O R C H I L A D Z E

Literaturabend mit Aka Mortschiladse  |  Buchhandlung Weltenleser |  Oeder Weg 40,  60318 Frankfurt am Main

An diesem Abend wird Aka Mortschiladse seine beiden Bücher Santa Esperanza und Reise nach Karabach vorstellen   |   www.mitteldeutscherverlag.de


BÜCHER 


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SANTA   ESPERANZA   -  AKA  MORTSCHILADSE

Ein Kosmos aus vielen Romanen   

Mitteldeutscher Verlag - www.mitteldeutscherverlag.de  | Übersetzung: Natia Mikeladse-Bachsoliani |  Erscheinungsjahr  2017

Santa Esperanza bei www.amazon.de


Aka Mortschiladses meisterhafte Persiflage auf seine Heimat Georgien entführt den Leser in die faszinierende Welt der imaginären Santa-Esperanza-Inseln im Schwarzen Meer. Der Archipel versinkt nach der Entlassung in die Unabhängigkeit durch die »Anglesen« im Bürgerkrieg. Die arroganten Wisramiani, die einflussreichen genuesischen Händler Da Costa und die barbarischen Sungalen kämpfen erbarmungslos um die Macht. Und der greisen Agatia, Nachfahrin des einstigen Machthabers, gelingt es nicht, für Frieden zu sorgen. Aus unzähligen Fragmenten – Mythen und Sagen, uralten Chroniken, Tagebucheinträgen, Liebesgeschichten, Flaschenpost, aber auch E-Mails, Zeitungsartikeln und Reiseberichten sowie mit allerlei literarischen Anspielungen von Shakespeares »Romeo und Julia« über die Brüder Kain und Abel bis hin zu Stevensons »Schatzinsel« gespickt, erschafft er einen farbenprächtigen Kosmos.

In dem Roman aus 36 Heften kann sich der Leser nach Lust und Laune »herumtreiben«: Sie lassen sich in jedweder Reihenfolge lesen, und fügen sich doch immer wieder wie ein Puzzle zusammen.



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REISE  NACH  KARABACH - AKA MORCHILADZE

Weidle Verlag  -  www.weidleverlag.de  | Übersetzung: Iunona Guruli  | Erscheinungsjahr 2018

» Reise nach Karabach «  bei  www.amazon.de


Aka Morchiladze ist einer der meistgelesenen Schrifsteller Georgiens, Reise nach Karabach ein spannender Roadtrip, der Anfang der Neunzigerjahre zwei junge Georgier in einem Lada nach Aserbaidschan führt.  | Tiflis 1992: Die Regierung von Swiad Gamsachurdia ist zerbrochen, der Präsident außer Landes geflohen. Es herrscht Anarchie, paramilitärische Einheiten der Sakartwelos Mchedrioni (Georgische Reiter) patrouillieren durch Tiflis. In dieser Situation läßt sich der junge Georgier Gio von seinem ausgeflippten Freund Gogliko dazu überreden, in seinem Lada mit ihm nach Aserbaidschan zu fahren. Dort wollen sie günstig Drogen einkaufen und nach Georgien schmuggeln. Der Plan ist, noch am selben Abend zurück zu sein. Die Verhältnisse in der Region sind jedoch verworren, Bürgerkrieg und Chaos erschweren und erleichtern zugleich ihr Vorhaben. Gio und Gogliko müssen zahlreiche Grenzen und Straßensperren passieren, Mittelsmänner aufsuchen und zu allem Überfluß den richtigen Weg durchs dunkle Niemandsland finden. Als sie die Orientierung völlig verloren haben und plötzlich auf sie geschossen wird, nimmt der Ausflug eine spannende Wendung… 

Iunona Guruli wurde 1978 in Tbilissi geboren und lebt seit 1999 in Deutschland. Ihr Erzählungsband Die Diagnose bekam 2016 den Saba-Preis für das beste literarische Debüt und wird im Herbst 2018 auch auf deutsch erscheinen.  |  Gefördert vom Georgian National Book Center  | Einband unter Verwendung eines Gemäldes von Karlo Kacharava 


Leseprobe

Wir fuhren noch eine Weile, der Weg verschwand fast, wir fuhren über eine Wiese oder so einen Scheiß. So was hatte ich noch nie gesehen. Ich fuhr einen großen Kreis und entschloß mich umzukehren. Keine Ahnung, wie ich überhaupt noch fahren konnte. Ich schaltete runter, und plötzlich schrie Goglik:

»Auto, Bruder, ein Auto!«


Ich hielt an. Ich wußte nicht, was tun. Sollte ich näher ranfahren oder abhauen? Wir hatten ja Kohle mit. Georgische Kennzeichen, Krieg, was weiß ich. Sogar die Scheinwerfer machte ich aus. Aber es war klar, daß der Wagen uns bemerkt hatte. Deshalb hatte das keinen Sinn mehr.

»Was sollen wir machen?«


»Weiß nicht.«


Es war zehn Uhr, kurz nach zehn. Nach unserem Verständnis nicht so spät. Goglik nahm die Tüte mit Geld und stopfte sie irgendwo hinten rein.

»Gehen wir hin und fragen nach dem Weg. Der ist bestimmt aus dieser Gegend.«

»Aus dieser Gegend? Wir haben seit zweieinhalb Stunden kein Dorf mehr gesehen.«

Es war ohnehin zu spät. Der Wagen näherte sich uns. Ich machte die Scheinwerfer an. Es war eine Art Jeep. Der ganze vordere Teil war voller Schlamm. Ich verstand sofort, daß es kein normales Auto war, nicht das, was Goglik dachte. Es hatte sofort umgedreht, als man uns bemerkte. Das war kein Wagen eines tatarischen Viehhändlers. Sofort ließ ich den Motor an und wendete mit quietschenden Reifen. Sie waren schon nah, und ich begriff, daß uns ganz schön was bevorstand.

»Was tust du? Was tust du?« begann Goglik zu schreien.

Ich gab sinnlos Gas. Ich ahnte und befürchtete schon einiges. Aber alles war zu spät. Kaum hatte ich das Lenkrad geradegestellt und in den Spiegel geschaut, da schossen sie schon auf uns. Es war ein Maschinengewehr. Goglik sackte nach vorne, und ich dachte, er wäre getroffen.

»Häng sie ab, diese Dreckschweine!« schrie er plötzlich, und ich fuhr wie verrückt weiter. Sie waren sehr nahe. Auch ihr Wagen war nicht schlecht, ein richtiger Geländewagen. Plötzlich schossen sie wieder. Wahrscheinlich wollten sie die Reifen durchlöchern, haben aber nicht getroffen. Ich weiß bis heute nicht, welcher Teufel mich geritten hat, daß ich anhielt. Vielleicht weil Goglik im Wagen saß, vielleicht auch weil ich keine Ahnung hatte, wohin ich abhauen sollte.




SCHATTEN  AUF  DEM  WEG   |   AKA MORCHILADZE 

Mitteldeutscher Verlag - www.mitteldeutscherverlag.de  | Erscheinungsjahr 2018  | Übersetzung: Natia Mikeladse-Bachsoliani 

»Schatten auf dem Weg«  bei   www.amazon.de


Ein lebendiges Bild der Sowjet-Epoche in Georgien | Neben seinen erfolgreichen Romanen schreibt Aka Mortschiladse auch Dokumentarliteratur. In seinem 2014 erschienenen Buch »Der Schatten auf dem Weg« nimmt er die sowjetische Vergangenheit von Georgien, genauer genommen aber der Hauptstadt Tbilissi in den Blick. Als Gerüst dienen ihm dabei literarische Texte, Filme und Protagonisten aus dieser Zeit. So deckt er indirekt den Einfluss der Kunst, insbesondere des Films, auf den Alltag und die Beziehungen der Menschen sowie auf das Verhalten der Tbilisser Jugendlichen in der Sowjetunion auf. Das ehemalige Nobelviertel von Tbilissi, Vake, spielt eine besondere Rolle: Als urbanes Produkt der Sowjetepoche waren und sind dieses Viertel und seine Umgebung ein kompliziertes Gewirr sozialer und geografischer Beziehungen. Mortschiladse endet mit dem Zerfall der Sowjetunion. Er führt den Leser nicht weiter in die viel schwierigeren neunziger Jahre und lässt keinerlei Nostalgie aufkommen, sondern schließt mit der Hoffnung auf ein besseres Georgien.